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Xbox 360: Nix dran an Stromschlag-Gerüchten

12.12.2005 | 11:51 Uhr |

Bereits kurz nach dem Start der Xbox 360 sorgten diverse Forenmeldungen für Verwirrung. Anwender berichteten, dass sie von der Konsole einen (leichten) Stromschlag erhalten haben. Auch zwei Kollegen unserer Schwesterpublikation Gamepro berichteten, dass sie ebenfalls von der Xbox 360 eine "gewischt" bekommen haben. Testmessungen an verschiedenen Modellen haben ergeben, dass an Außenteilen der Konsole reproduzierbar zwischen 90 und 110 Volt Spannung anliegen - gefährlich ist das Ganze allerdings nicht.

Eigentlich sollten Elektrogeräte aus Sicherheitsgründen so konstruiert sein, dass an keiner von außen zugänglichen Stelle des Gehäuses Spannung anliegt - wie es beispielsweise bei den meisten PCs der Fall ist.

Zur Erklärung: Die Höhe der Spannung ist nicht ausschlaggebend für die Gefährlichkeit, sondern die Stromstärke (Milliampere, mA). Unserer Meinung nach muss es überhaupt nicht sein, dass das potenzielle Risiko gegeben ist, einen Schlag (und sei er noch so ungefährlich) zu bekommen, sobald das Gehäuse angefasst wird.

Berichte über Stromschläge in Zusammenhang mit der Xbox 360 haben uns aufhorchen lassen. In diversen Foren meldeten sich Anwender und erklärten, dass die Konsole "Stromschläge" austeilt und "gefährlich" sei. Auch zwei Kollegen unserer Schwesterpublikation "Gamepro" berichteten, dass sie bereits eine "gewischt" bekommen haben. Grund genug für die PC-WELT, mal zu überprüfen, was an der Sache dran ist.

Testmessungen an verschiedenen Konsolen ergaben, dass an der Festplatte der Konsolen im Betrieb rund 90 bis 110 Volt Spannung anlagen. Wie oben bereits erwähnt, ist dieser Umstand unschön, aber nicht verboten, denn wichtig ist die Stromstärke. Sie darf eine gewisse Höhe nicht überschreiten, will ein Gerät normgerecht als ungefährlich eingestuft werden. Dieser Wert liegt in Deutschland bei Geräten der Schutzklasse II bei maximal 0,25 mA. Grob gesagt: Werte darüber könnten langsam ungesund werden, mehrere mA sogar lebensgefährlich.

Bereits bei den Tests der PC-WELT konnten wir im Bereich der Stromstärke Entwarnung gehen. Um aber sicher zu gehen und um eventuelle Störfaktoren auszuschließen, haben wir zusätzlich eine Konsole beim Center for Tests and Compliance von Fujitsu Siemens in Augsburg testen lassen. Das Ergebnis: Die Stromstärke beträgt maximal 0,1 mA, liegt also in den zulässigen Grenzwerten. Sensible Personen können zwar einen leichten Schlag oder durch den Stromfluss ein leichtes Stechen verspüren, dies ist aber ungefährlich.

Wir wollten natürlich von Microsoft wissen, weshalb überhaupt Spannung auf Teilen des Gehäuses der Xbox 360 anliegt - was im übrigen auch bei anderen Geräten der Unterhaltungselektronik vorkommen kann. Eine Reaktion steht allerdings noch aus. Sobald diese erfolgt, werden wir Sie darüber informieren.

Xbox 360 im PC-WELT-Test

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