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Unternehmen verschmähen Vista weiterhin

25.07.2008 | 13:26 Uhr |

Nicht einmal jeder elfte Desktop-Computer in Unternehmen wird mit Windows Vista betrieben.

Zu diesem Schluss kommt die "Enterprise Desktop And Browser Study", die das US-Marktforschungsinstitut Forrester Research in dieser Woche veröffentlicht hat. Das bei weitem beliebteste Betriebssystem im Enterprise-Bereich ist immer noch Windows XP. Beim Browser setzen schon fast ein Fünftel der Unternehmensnutzer auf Firefox, was die Bedeutung von Cross-Browser-Entwicklung gerade im Business-Umfeld unterstreicht.

50.000 Unternehmensnutzer wurden für die Studie befragt und eine überwältigende Mehrheit von 87,1 Prozent setzte im Juni 2008 nach wie vor auf XP als Betriebssystem, so die Forrester-Studie. Vista brachte es nur auf rund ein Zehntel dieser Verbreitung (8,8 Prozent). Aufgrund des mangelnden Erfolges vergleicht die Forrester-Studie Vista sogar mit "New Coke". Das war eine 1985 in den USA von Coka Cola eingeführte neue Rezeptur, die bei den Konsumenten auf derart breite Ablehnung gestoßen ist, dass die klassische Variante binnen kürzester Zeit wieder belebt wurde. Dementsprechend gilt New Coke in den USA als ein Paradebeispiel eines gescheiterten Produkts und Marketingversagens.

Die Forrester-Studie steht in gewissem Kontrast zu Microsofts eigenen Angaben. Anlässlich der Präsentation der Jahreszahlen in der Vorwoche hatte das Unternehmen davon gesprochen, dass Vista mit über 180 Mio. seit dem Start des Betriebssystems verkauften Lizenzen zu einer Steigerung der Erträge beigetragen habe. Dabei wurde allerdings nicht zwischen Consumer- und Enterprise-Segment differenziert, sodass die Zahl sich in einem starken Vista-Absatz im Privatbereich bei gleichzeitig schwacher Annahme im Unternehmensumfeld bedingen könnte. Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung war Microsoft nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Im Browser-Bereich hatte Microsofts Internet-Explorer-Familie Ende Juni 2008 laut Forrester mit über drei Viertel aller Unternehmensnutzer klar die Nase vorn, allerdings mit tendenziell leicht sinkendem Marktanteil. Im Firmenumfeld aufgeholt hat dagegen die Firefox-Familie. Schon 19,4 Prozent der befragten Anwender setzten im Juni dieses Jahres auf Versionen des Mozilla-Browsers, was eine deutliche Steigerung gegenüber noch 16,8 Prozent zu Jahresbeginn darstellt. Für Entwickler bedeute dies, dass es inzwischen zwingend erforderlich ist Anwendungen so zu gestalten, dass sie auch unter beiden Browsern funktionieren, betont Forrester. (pte/jp)

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