07.08.2001, 11:27

Markus Pilzweger

XP-Nachfolger "Blackcomb" erst 2005

Analysten zufolge plant Microsoft, die Einführung des nächsten Betriebssystems mit dem Codenamen "Blackcomb" bis in das Jahr 2005 zu verschieben. Als Grund wird die Furcht vor weiteren kartellrechtlichen Problemen vermutet.

Analysten zufolge plant Microsoft, die Einführung seines nächsten Betriebssystems mit dem Codenamen "Blackcomb" bis in das Jahr 2005 zu verschieben. Als Grund wird die Furcht vor weiteren kartellrechtlichen Problemen vermutet.
"Blackcomb" soll in der Verknüpfung zwischen Betriebssystem und Web Services vonMicrosoftnoch einen Schritt weiter gehen. So soll "Blackcomb" mit einem Datenbanksystem ausgestattet sein, um Anwendern beispielsweise das Speichern von Dokumenten oder MP3-Dateien im Netz zu ermöglichen. Nutzer hätten somit die Möglichkeit, orts- und geräteunabhängig auf ihre jeweiligen Daten zurückgreifen zu können.
Sollte Microsoft diese Datenbank-Verknüpfung integrieren, wäre ein Aufschrei der Kritiker unausweichlich. Eine derartig enge Verbindung zwischen Betriebssystem und Datenbank wäre vergleichbar mit der Verbindung von Betriebssystem und Browser, welche den Redmondern den Kartellrechts-Prozess einbrachte.
Microsoft hätte somit eine de facto Monopol-Stellung auf dem Web-Service-Markt, andere Anbieter würden sich in diesem Fall gegen die so genannte "Hailstorm"-Strategie kaum durchsetzen können.
"Wenn sie (Microsoft, Anm. der Redaktion) eine Datenbank in das Betriebssystem einbinden, mündet dies in die alte Frage bezüglich Bündelung von Anwendungen mit einem Betriebsystem", meint David Smith, Analyst bei Gartner.
Die gleichen Problematik weist auch Windows XP auf. Hier werden ebenfalls Applikationen - in diesem Fall der Media Player, der Instant Messenger sowie Software für digitale Fotos - eng mit dem Betriebssystem verknüpft. Kritiker, allen voranAOLundKodak Eastmanhaben bereits ihre Sorge über diese Entwicklung geäußert und entsprechende Schritte eingeleitet.
Microsoft selbst äußert sich nicht über die Inhalte und technischen Spezifikationen der nächsten Windows-Generation. Analysten vermuten, dass das Unternehmen - solange eine endgültige Gerichtsentscheidung aussteht - eine Art "Plan B" verfolgen wird. So soll bis zur Veröffentlichung von "Blackcomb" ein Betriebssystem erscheinen, das noch nicht vollständig in die .Net-Struktur von Microsoft eingebunden ist: "Longhorn". Diese abgespeckte "Blackcomb"-Version wird für das Jahr 2003 vermutet.
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