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Wurm-Code entschlüsselt

16.02.2001 | 17:34 Uhr |

PC-WELT-Spezialisten haben jetzt den "T-Online"-Wurm entschlüsselt. Nach einer Analyse des Quellcodes deutet alles darauf hin, dass ein frustrierter Kunde T-Online mit Hilfe einer vom Wurm ausgelösten Mail-Lawine massiv unter Druck setzen wollte.

PC-WELT-Spezialisten haben jetzt den "T-Online"-Wurm entschlüsselt. Nach einer Analyse des Quellcodes deutet alles darauf hin, dass ein frustrierter Kunde T-Online mit Hilfe einer vom Wurm ausgelösten Mail-Lawine massiv unter Druck setzen wollte.

Der Wurm (siehe Glossar), eine Variante des in dieser Woche aufgetauchten Kournikova-Wurms, ist in einfachem Microsoft Visual Basic programmiert. Der Text, der in der Mail angezeigt wird, steckt im Code. Nach Aktivierung versucht der Wurm unter anderem eine Protestmail an T-Online zu schicken. Allerdings klappt das anscheinend nicht.

In dieser Protestmail wird T-Online wörtlich angedroht: "Ihr werdet keine ruhige Minute mehr haben, wenn die Flatrate nicht bald wieder auftaucht".

Allerdings war nicht nur die Programmierung des Wurms fehlerhaft, auch mit der Rechtschreibung haperte es etwas: "Wir sind Sicher, auch Sie werden Ihren Wunschtarif finden." steht in dem für alle Empfänger des Wurm sichtbaren Text.

Das Auftauchen dieses T-Online-Wurms hat bei T-Online Unruhe hervorgerufen. Gegenüber PC-WELT legte das Unternehmen Wert auf die Feststellung, der Wurm kursier nicht im Netzwerk von T-Online.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass ein wütender T-Online-Kunde so seinem Unmut über die Abschaffung der Flatrate Luft gemacht hat. Doch der Spaß könnte teuer werden. Denn selbst wenn der Wurm keinen unmittelbaren Schaden am System hervorruft, so belastete er doch durch seine Vervielfältigung das Netzwerk und verunsichert viele Outlook-Nutzer.

Der Wurm kann nach Tests von H+BEDV nur bei dem Mail-Programm Outlook aktiv werden. Als Alias-Namen für die Kournikowa-Variante sind VBS/NeueTarife und VBS_Kalamar.A gebräuchlich.

Auch nachdem PC-WELT auf Bitten von T-Online International AG dem Unternehmen den entschlüsselten Quellcode des Wurms zur Verfügung gestellt hatte, war man dort nicht zu einer Stellungnahme bereit. Insbesondere wollte eine Unternehmenssprecherin keine Aussage darüber machen, ob das Unternehmen rechtliche Schritte ergreifen will. (PC-WELT, 16.02.2001, hc)

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