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Würmer sollen sich nützlich machen

06.10.2005 | 15:57 Uhr |

Ein erneuter Ansatz zur nutzbringenden Verwendung sich selbsttätig ausbreitender Programme.

Nicht zum ersten Mal werden die Vor- und Nachteile von gutartigen Würmern diskutiert. Dave Aitel von der New Yorker IT-Firma Immunity Inc. stellt nun seine "Nematoden" genannten Würmer vor. Sie sollen sich innerhalb eines Netzwerks streng kontrolliert ausbreiten und dabei Schwachstellen erkennen und beseitigen.

Dave Aitel stellte seine Thesen und das Nematode-Framework auf der Sicherheitskonferenz "Hack In The Box" in Malaysia vor. Dabei präsentierte er auch gleich eine neue Programmiersprache, die er "NIL" (Nematode Intermediate Language) genannt hat. Damit sollen Exploits (Ausnutzung von Sicherheitslücken) schnell und einfach in Nematoden umgesetzt werden können. Diese könnten dann im Netzwerk selbsttätig die Schwachstellen beseitigen. Sie sollen auch ganz andere Aufgaben erfüllen, etwa im Firmennetz nach den neuesten Dateien zu einem gegebenen Thema suchen.

Den Entwicklungsstand des Nematoden-Konzepts seiner Firma stufte Aitel als einen Machbarkeitsnachweis auf Labor-Ebene ein. Das bedeutet im Klartext, dass es in einem kleinen, abgeschlossenen Netzwerk unter genau bekannten Bedingungen und mit einer exakt definierter Aufgabe funktioniert. Bis zur Einsatzreife in realen Netzwerken ist es allerdings noch ein weiter Weg. Aitel schätzt, dass es noch fünf Jahre dauern könnte, bis er und seine Kollegen ein marktreifes Produkt vorweisen können.

Kritiker winken bei derartigen Ansätzen regelmäßig ab. Sie befürchten, dass solche Nützlinge meist mehr Probleme verursachen, als sie je lösen könnten.

Zur: Präsentation von Dave Aitel (PDF)

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