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World of Warcraft: Sony-Kopierschutz XPC öffnet Tür für Cheater

04.11.2005 | 12:16 Uhr |

Sonys kontroverser Kopierschutz XPC (Extended Copy Protection) hat auch Auswirkungen auf das Online-Rollenspiel World of Warcraft.

Wie die Sicherheitsexperten von Security Focus berichten, beeinflusst der auf Audio-CDs von Sony BMG befindliche Kopierschutz XPC das Anti-Cheatsystem Warden, welches Blizzard in World of Warcraft eingebaut hat, um Cheater dingfest machen und bannen zu können.

Laut Security Focus kann Sony´s XPC dafür genutzt werden, um Cheat-Programme für World of Warcraft so zu tarnen, dass Blizzards Schutzmechanismus "Warden" sie nicht mehr erkennen kann. Dazu genüge es einfach, dem Dateinamen des Cheat-Programms den Prefix "$sys$" hinzuzufügen. Der Rootkit von XPC sorgt dann dafür, dass die Datei nicht mehr durch Warden gefunden werden kann.

Security Focus hatte bereits Sonys XPC scharf kritisiert und stellt nun fest: "Ein anderer Software-Hersteller, der sich auf die Integrität des Betriebssystems verlässt, muss jetzt feststellen, dass der versteckte Code (des Kopierschutzes, Anm. der Redaktion) die Sicherheit unmöglich macht."

Blizzards Warden stand ebenfalls schon in der Kritik. Warden läuft beim Start von World of Warcraft im Hintergrund und überprüft dabei alle auf dem Rechner laufenden Prozesse. Spieler, die ein Cheat-Programm ablaufen lassen, können so erwischt werden. Erst vor kurzem ging der österreichische Big Brother-Award in der Kategorie Kommunikation wegen Warden an Blizzard.

Auf die Kritik an XPC hatte Sony BMG mit der Veröffentlichung eines Updates reagiert, mit dem Anwender alle Dateien, die durch den Kopierschutz auf dem PC abgelegt werden, wieder komplett vom PC löschen können.

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