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FBI nimmt "X-Men"-Piraten fest

17.12.2009 | 16:49 Uhr |

Die US-Bundespolizeibehörde FBI hat jenen mutmaßlichen Filmpiraten nach neunmonatiger Fahndung verhaftet, der Hollywood einen Monat vor dem Kinostart des Streifens "X-Men Origins: Wolverine" in Panik versetzte.

Der 47-jährige New Yorker wird verdächtigt, eine unfertige Version des Blockbusters im Internet zur Verfügung gestellt zu haben, bevor er in den Kinos anlaufen sollte. US-Medien zufolge hat die Tat bei der Produktionsfirma 20th Century Fox einen erheblichen Schaden verursacht.

Schwierige Fahndung

"Bei der Fahndung nach Online-Piraten bestehen zwischen den USA und Deutschland allein aufgrund anderer gesetzlicher Bestimmungen unterschiedliche Voraussetzungen", erklärt Christine Ehlers, Sprecherin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), im Gespräch mit pressetext. Hierzulande könne im Fall von Urheberrechtsverletzungen etwa nicht auf Daten aus der Vorratsdatenspeicherung zurückgegriffen werden. Vielmehr seien die Behörden bei einer derartigen Fahndung auf Informationen wie die IP-Adresse, Informanten oder das Täterumfeld angewiesen.

Der im Wolverine-Fall Festgenommene hat den Film zuerst bei der Filesharing-Seite Megaupload.com hochgeladen. Dort sollte die IP-Adresse festgehalten werden. Private Internetnutzer mit Flatrate verfügen jedoch in der Regel nicht über eine feste, sondern eine dynamische IP-Adresse. Permanent wechselnde Daten werden vonseiten der Provider eigenen Angaben zufolge nicht oder nur sehr kurz gespeichert, was die Fahndung erschwert.

Drohende Folgen

Dem FBI zufolge sind im Wolverine-Fall weitere Verhaftungen möglich, obwohl es bereits zu einer Anklage des Verdächtigen kam. Sollte er für schuldig befunden und verurteilt werden, drohen dem mutmaßlichen Täter bis zu drei Jahre Haft und eine Geldbuße in Höhe von 250.000 Dollar. Der Staatsanwaltschaft in Los Angeles nach sei auch eine Strafe in doppelter Höhe des Bruttoverlustes möglich, der durch die Tat verursacht wurde.

Angaben der auf die Kontrolle von Filesharing-Netzwerken spezialisierten US-Firma BigChampagne zufolge dürfte der Upload des vierten Teils der X-Men-Reihe einen erheblichen Schaden zur Folge gehabt haben. Bereits in den ersten 24 Stunden, nachdem die unfertige Wolverine-Version im Internet aufgetaucht ist, soll die illegale Kopie von "einigen Hunderttausenden" Nutzern heruntergeladen und angeschaut worden sein. Vor dem Kinostart hätten den Film bereits über vier Millionen User gesehen.

(pte)

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