Wer allein an seinen Dokumenten arbeitet, wird im Zweifel die Änderungen zwischen der Arbeitskopie und der Version innerhalb des Repositories im Kopf haben. Arbeiten hingegen verschiedene Personen eines Teams zusammen am gleichen Projekt, sieht das in der Praxis anders aus.
Aber auch für diese in vielen Firmen gängige Problemstellung bietet Subversion eine interessante Lösung an. Die Funktion "diff" zeigt die Unterschiede zwischen der eingecheckten Version einer Datei und ihrer jeweiligen Arbeitskopie an. Um nun beispielsweise die Unterschiede für die Datei "notizen.txt" zu ermitteln, geben Sie auf der Konsole aus dem Verzeichnis Ihrer Arbeitskopie heraus den Befehl
svn diff notizen.txt
ein. Subversion zeigt Ihnen daraufhin alle entdeckten Unterschiede an. Diese Ausgabe kann beispielsweise so aussehen:
Index: notizen.txt
=====================================
--- notizen.txt (Revision 5)
+++ notizen.txt (Arbeitskopie)
@@ -1,2 +1 @@
-Diese Zeile wurde gelöscht.
+Diese Datei wurde nachträglich bearbeitet, um den Unterschied zwischen Dateien zu zeigen.
An den vorangestellten Kürzeln können Sie auf einen Blick erkennen, an welchen Stellen Inhalte eingefügt ("+") oder gelöscht ("-") worden sind.
Mehrere Projekte übersichtlich mit Subversion verwalten
Auch wenn die bisherigen Ausführungen vielleicht diesen Eindruck erweckt haben sollten: Ein Subversion-Repository ist nicht notwendigerweise auf ein einzelnes Projekt beschränkt. Für weitere Projekte legen Sie einfach in Ihren Grundordner, in dem Sie die Dateien des Projektes gesammelt haben, weitere Unterordner an, zum Beispiel "Projekt2", "Projekt3" und so weiter. Auf diese Weise legen Sie bei Bedarf auch die in Punkt 3 geschilderte Struktur mit einzelnen Branches an. Wiederholen Sie dann die Vorgehensweise ab Punkt 4, um den Grundordner mit allen darin gespeicherten Inhalten in das Repository zu importieren. Subversion stört sich nicht daran, dass Sie mehrere Unterordner angelegt haben.
Möchten Sie nun Dateien aus einem dieser Unterordner und damit die Inhalte eines bestimmten Projekts auschecken (hier "Projekt2"), müssen Sie in der Befehlszeile lediglich den Namen des Unterordners ergänzen, also beispielweise:
svn co file:///home/<Benutzer>/mein_
repository/Projekt2
Mehr Infos
Informationen rund um Subversion erhalten Sie auf der
offiziellen Seite des Projekts. Eine
umfangreiche englischsprachige Referenz liefert http://svnbook.red-bean.com.
Wer seine Subversion-Installation für andere Nutzer zugänglich machen will, kann dies über LAN oder Internet tun. Dazu muss dann aber zusätzlich ein Apache-Server installiert und betrieben werden. Entsprechende Anleitungen sind im Web verfügbar.
Wer nicht gern auf der Konsole arbeitet, wird die Dienste grafischer Clients für Subversion zu schätzen wissen. Mit JSVN gibt es einen in Java entwickelten, gut gepflegten und übersichtlichen Client, der in der jeweils aktuellen Version unter
http://jsvn.alternatecomputing.com erhältlich ist.
Für eingefleischte Nutzer der beiden großen Desktops gibt es jeweils für die Oberfläche optimierte Programme, die Sie meist direkt über die Paketverwaltung installieren können. Der Client für Subversion unter KDE hört auf den Namen Kdesvn und ist unter
http://kdesvn.alwins-world.de/wiki erhältlich. Der entsprechende Client für den Gnome-Desktop heißt dagegen Gsvn und wird über
Sourceforge angeboten.
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