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Hitachi zieht Konsequenz aus Rekord-Umsatzminus

11.07.2009 | 14:03 Uhr |

Der japanische Elektronikkonzern Hitachi hat nun erste Konsequenzen aus dem Rekordminus gezogen, das im vergangenen Geschäftsjahr eingefahren wurde. Der Konzern will seine Fernseherproduktion in Europa und Nordamerika an Vertragshersteller outsourcen, die TV-Produktion am Heimatmarkt Japan will man aber weiterhin selbst abwickeln.

Die Maßnahmen sind Teil eines Restrukturierungsprozesses, der als Konsequenz des Verlustes von 8,5 Mrd. Dollar im vergangenen Geschäftsjahr entstand. Hitachi schrieb damit den bis dato höchsten jemals in der japanischen Elektronikbranche bekannt gewordenen Verlust. Durch die In-House-Produktion mit eigenen Teilen wollte sich Hitachi bislang eigentlich vom Mitbewerb abgrenzen, die starken Preisschwankungen - besonders auf dem europäischen und amerikanischen Markt - im Bereich von LCD- und Plasma-TV machten dem Unternehmen jedoch zu schaffen. Bereits am ersten Juli wurde nun die Hitachi -Unterhaltungselektroniksparte aus dem Mutterunternehmen ausgegliedert und die neue Hitachi Consumer Electronics gegründet. Nun startet Shutoku Watanabe, Präsident der Neugründung, erste Maßnahmen. Sein erstes Ziel ist es, den Verlust von einer Mrd. Dollar in Hitachis Digital-Products-Sparte in den Griff zu bekommen.

Derzeit befindet sich Hitachi in der Endphase eines Fabrikverkaufs in Mexiko. Und auch das zweite mexikanische Hitachi-Fernseherwerk soll verkauft werden. Die beiden Fabriken wurden bereits im Frühjahr stillgelegt, als der Output für den amerikanischen Markt erstmals unter eine halbe Mio. fiel. In den späten Neunzigern verkaufte Hitachi dort über eine Mio. Geräte. Verkaufspreis der Produktionsstätten und Name des Käufers wollte Watanabe nicht bekannt geben. Auch das europäische Werk in Tschechien soll den Besitzer wechseln. Es soll von einer namentlich nicht näher genannten europäischen Elektronikfirma geleast werden.

Unterdessen hat Konkurrent Sharp http://sharp-world.com , der im vergangenen Geschäftsjahr erstmals in der fünfzigjährigen Firmengeschichte Verluste gemacht hatte, seine TV-Produktion erweitert. Im Hauptwerk des Konzerns in Westjapan wurde die Produktionskapazität um elf Prozent von 90.000 auf 100.000 Fernseher erhöht. Sharp reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach LCD-Fernsehern. In Japan startete kürzlich ein Regierungsprogramm, das den Kauf von umweltfreundlicheren Flachbildfernsehern ankurbeln soll. Auch in aufstrebenden Märkten wie China steigt die Nachfrage nach LCD-Fernsehern. Für den Heimatmarkt Japan prognostiziert Watanabe Fernseherverkaufszahlen von 700.000 Stück im kommenden Geschäftsjahr. (pte)

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