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Wird das Internet langweilig?

28.01.2001 | 15:45 Uhr |

Der weltweite Datenhighway ist nützlich, bunt und interaktiv. Chatten, mailen, Aktien handeln oder MP3-Dateien herunterladen - die ganze Welt ist nur einen Mausklick entfernt. Aktuelle Studien kommen jedoch zum Schluss, dass die Online-Nutzung langsam abnimmt.

Der weltweite Datenhighway ist nützlich, bunt und interaktiv. Chatten, mailen, Aktien handeln oder MP3-Dateien herunterladen - die ganze Welt ist nur einen Mausklick entfernt. Aktuelle Studien kommen jedoch zum Schluss, dass die Online-Nutzung langsam abnimmt.

Wie unser Schwestermagazin "PC World" berichtet, ging zwischen Oktober und Dezember 2000 die durchschnittliche Online-Zeit pro Monat von 17,5 Stunden auf 14,9 Stunden zurück. Auch die Anzahl der Online-Sitzungen ging nach der Studie von "Nielsen/NetRatings" von 33 im Oktober auf 28 Sitzungen im Dezember zurück.

Diese Abnahme zieht sich durch sämtliche Bevölkerungsschichten. Egal welches Geschlecht, Alter oder Einkommen die Befragten hatten, eines war allen gemeinsam - sie verbrachten weniger Zeit im Internet.

Bislang konnten die Marktforscher jedes Jahr um die Weihnachtszeit einen Rückgang der Online-Nutzung feststellen, der jedoch mit rund fünf Prozent relativ moderat ausfiel. Im Jahr 2000 betrug der Rückgang jedoch rund 15 Prozent und ist nach Ansicht der Forscher ein "signifikanter Abfall".

Sie vermuten eine Übersättigung der Nutzer. Der Reiz des Neuen ist vorbei, viele Anwender sehen im Internet nur noch ein Medium der Information, das kurzzeitig genutzt und schnell wieder abgeschaltet wird.

Wie so oft in der Wissenschaft sehen andere Analysten diese Studie kritisch. Ihrer Ansicht nach reicht es nicht aus, lediglich die Online-Zeit im Büro und zu Hause abzufragen. Da das Internet inzwischen Einzug in das tägliche Leben hält, haben die Menschen an den ungewöhnlichsten Orten Zugriff auf das Netz. Ein Wissenschaftler merkte an, dass er bereits in einem Fahrstuhl mit einem onlinefähigen Display konfrontiert wurde.

Der Rückgang der Nutzungszeit liege vor allem in der Tatsache, dass immer mehr Menschen über einen Internet-Zugang verfügen. Jetzt erst werden Kundenkreise erschlossen, die sich bislang noch nicht für das Internet interessiert haben, so Abhishek Gami, Analyst bei William Blair und Co. in Chicago.

Seiner Ansicht nach sind Anwender, die bereits vor einem Jahr über einen Internet-Zugang verfügten, heute genauso lange online, wie vor einem Jahr. Die Online-Nutzer, die nun langsam nachkommen, sind eben nicht die so genannten "Online-Süchtigen", sondern sehen das Internet als praktische Hilfe und nicht als Hobby. Deren geringere Online-Zeit senkt somit den Gesamtschnitt. (PC-WELT, 28.01.2001, mp)

Führerschein fürs Internet (PC-WELT Online, 23.01.2001)

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