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Wirbel um Crusoe-Chips

09.11.2000 | 11:49 Uhr |

Der stromsparende Chip von Transmeta sorgt in der Computerindustrie für immer mehr Wirbel. Erst vor wenigen Tagen hat IBM, der Produzent der Chips, bekannt gegeben, diesen nicht in ihrer neuen Notebook-Generation zu verwenden. Ähnliche Gerüchte gab es auch um Compaq.

Der stromsparende Chip von Transmeta sorgt in der Computerindustrie für immer mehr Wirbel. Erst vor wenigen Tagen hat IBM, der Produzent der Chips, bekannt gegeben, diesen nicht in ihrer neuen Notebook-Generation zu verwenden.

Am Dienstag soll Compaq ebenfalls bekannt gegeben haben, dass die Firma nicht über einen Einsatz des Crusoe-Chips in seiner Armada-Notebookserie nachdenkt. Allerdings will Compaq, die mittlerweile fünf Millionen US-Dollar in Transmeta investiert haben, die weitere Entwicklung des Chips im Auge behalten und in gegebenenfalls in Zukunft einsetzen. Eine Anfrage der PC-WELT bei Compaq ergab, dass der Crusoe-Chip bei der "momentanen Markteinschätzung" sehr wohl in der Armada-Serie verbaut wird und erste Modelle im ersten Quartal 2001 zu erwarten sind.

Das Problem des Crusoe-Chips scheint jedoch trotz alledem in der realen Performance zu liegen. Um den niedrigen Stromverbrauch zu gewährleisten, nutzt der Chip die so genannte "Software-Morphing"-Technologie. Anders als beispielsweise ein Intel-Chip liest der Crusoe-Chip eingehende Befehle bereits auf der Software-Ebene und übersetzt diese.

Bei immer wiederkehrenden Kommandos kann der Crusoe auf bereits übersetzte Befehle zurückgreifen und muss diese nicht erst wieder durchrechnen. Dies ermöglicht es, effizienter und stromsparender zu arbeiten. Am besten kann man diesen Prozess mit einem Cache-Speicher vergleichen, aus dem der Prozessor bereits berechnete Befehle wieder abrufen kann.

Dieser Schritt trägt allerdings dazu bei, dass der Crusoe beim erstmaligen Durchrechnen eines Befehls einen zusätzlichen Schritt einlegt, der sich auf die Performance auswirkt, er wird schlichtweg langsamer.

An dieser Stelle beißt sich die Katze in den Schwanz. Um nun die Performance zu erhöhen, müsste die Taktrate des Crusoe gesteigert werden, was unweigerlich zu einem höheren Stromverbrauch führen würde. Das Hauptargument für den Einsatz des Crusoe-Chips wäre somit dahin.

Auch Hewlett-Packard soll mit der Performance des Chips alles andere als zufrieden sein. In einem Vergleich mit stromsparenden Chips von Intel sollen letztere besser abgeschnitten haben, berichteten unternehmensnahe Quellen. (PC-WELT, 09.11.2000, mp)

IBM verwendet keine Eigenproduktion (PC-WELT Online, 02.11.2000)

Transmeta läuft Intel den Rang ab (PC-WELT Online, 17.10.2000)

Notebooks mit geringem Stromverbrauch von Fujitsu (PC-WELT Online, 25.09.2000)

Stromsparende Chips (PC-WELT Online, 24.08.2000)

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