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"Wir sprechen von einer Marge von 20 Cents"

17.11.2006 | 14:10 Uhr |

Von einer Krise will Fujitsu-Siemens-Chef Bernd Bischoff trotz des "Blutbads" im PC-Geschäfts nichts hören. Die Schlacht um Marktanteile sei fürs Erste beendet. Auch die Integration der von SBS übernommenen Geschäftseinheit ITPS liege im Plan.

CW: Wie ist der massive Einbruch des PC-Geschäfts von knapp 25 Prozent im dritten Quartal zu erklären?

Bischoff: Die Berichte von IDC für dieses Quartal waren leicht übertrieben: wir haben keinen so starken Rückgang gehabt. Das sehen sie auch an den Halbjahreszahlen , wo wir bei gut 3 Milliarden Euro Umsatz einen Profit vor Restrukturierungskosten in Höhe von 18 Millionen Euro erreicht haben. Nach Abzug von 14 Millionen dafür, bleiben rund 4 Millionen Euro Gewinn übrig.

CW: Aber Marktanteile haben Sie schon verloren.

Bischoff: Wir haben in Deutschland ein, zwei Prozent abgegeben. Ich schätze unseren Marktanteil derzeit bei PCs nicht wie IDC auf 16, sondern auf 18 Prozent.

CW: Es waren aber schon mal 26 Prozent.

Bischoff: Stimmt. Der Rückgang erklärt sich dadurch, dass im ersten Halbjahr 2006 die Nachfrage plötzlich sehr stark eingebrochen ist. Wir haben alle gedacht - inklusive IDC und Gartner - dass der Markt weiter um fünf bios sechs Prozent wächst. Das Gegenteil ist passiert. In Westeuropa wird der Markt über das Jahr gesehen sogar um ein Prozent schrumpfen.

Die Hersteller haben aber mit dem Wachstum gerechnet und dementsprechend viele Teile und Komponenten eingekauft. Und dann kam noch die EU-Verordnung über die Verwendung von gesundheitsgefährdenden Substanzen hinzu. Einige Hersteller haben Produkte zu extrem günstigen Preisen auf den Markt geworfen, die die Regelungen zur Schadstoffreduzierung nicht erfüllten. Das alles führte zu einem Überangebot, das teilweise doppelt so groß war wie die Nachfrage. Die Folge war ein richtiges Blutbad bei den Preisen.

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