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Windows XP noch auf 40.000 PCs der Rentenversicherung im Einsatz

08.05.2015 | 13:21 Uhr |

Windows XP ist noch bei über 40.000 PCs der Deutschen Rentenversicherung im Einsatz. Sind die Rentendaten sicher?

Seit über einem Jahr bietet Microsoft keinerlei Unterstützung für Windows XP an, dennoch ist das veraltete Betriebssystem weiterhin auf Millionen von Rechnern im Einsatz. So auch bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Die ARD-Sendung Kontraste strahlte Donnerstagabend einen Beitrag aus, demzufolge bei der DRV noch etwa 40.000 Rechner mit Windows XP im Einsatz seien. Und das obwohl Microsoft lange vorab vor dem Ende des Supports von Windows XP gewarnt habe.

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff erklärte gegenüber Kontraste, dass "ein nicht tolerierbares Datenschutzrisiko" bestehe. Immerhin sind bei der Deutschen Rentenversicherung die persönlichen Daten von über 57 Millionen Versicherten gespeichert. Vor der Kamera wollte sich gegenüber Kontraste niemand von der DRV zu dem Fall äußern. Nur schriftlich wurde mitgeteilt, dass die Daten der Versicherten verschlüsselt und die XP-Rechner durch "eigene Sicherheitskomponenten und ein umfassendes Sicherheitssystem" vor Angriffen aus dem Internet geschützt seien.

Offiziell heißt es auch, die XP-Rechner seien gar nicht direkt mit dem Internet verbunden und damit vor Attacken durch Hackern und Malware sicher. Allerdings liegen der Kontraste-Redaktion Screenshots von der Oberfläche der XP-PCs vor, lautet denen die Personen, die die Rechner nutzen, sehr wohl auf Internet-Angebote zugreifen können.

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Aufgrund der Recherchen, so Kontraste, habe das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Untersuchung angekündigt.

Dagmar Hartge, Landesbeauftrage für den Datenschutz in Brandenburg, warnt am Freitag erneut Behörden und Unternehmen vor dem Einsatz veralteter Betriebssysteme. Eine sichere Nutzung solcher Rechner sei kaum möglich. "Selbst wenn nur ein einziger von vielen Rechnern mit einem alten Betriebssystem läuft, genügt diese Schwachstelle, um das gesamte Netz zu gefährden", warnt Dagmar Hartge. Sie fordert alle Behörden und Unternehmen in Brandenburg dazu auf, die Aktualität der verwendeten Betriebssysteme zu überprüfen.

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