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Windows XP SP1: Neue Schutzmechanismen bereits geknackt

29.08.2002 | 16:54 Uhr |

Die Veröffentlichung des Service Pack 1 lässt noch auf sich warten und schon haben findige Cracker sich eine Methode ausgedacht, mit der die neuen Sicherheitsmechanismen angeblich ausgetrickst werden können. Der Clou: der neue Schutz von Microsoft wird mit den Bordmitteln von Windows XP ausgehebelt..

Die Veröffentlichung des Service Pack 1 lässt noch auf sich warten und schon haben findige Cracker sich eine Methode ausgedacht, mit der die neuen Sicherheitsmechanismen angeblich ausgetrickst werden können. Der Clou: der neue Schutz von Microsoft wird mit den Bordmitteln von Windows XP ausgehebelt.

Erstmals gesichtet wurde die Methode in einschlägigen Newsgroups. Ein erster Test der PC-WELT ergab: es funktioniert. Jedenfalls mit der Beta-Version des Service Pack 1 von Windows XP. Ob es allerdings auch mit der endgültigen Version funktionieren wird, bleibt abzuwarten.

Microsoft hatte angekündigt, illegale und weit verbreitete Corporate-Versionen von Windows XP mit Hilfe des Service Pack 1 Schachmatt setzen zu wollen. Das Service Pack 1 soll dazu häufig genutzte illegale Produkt Keys erkennen und anschließend die Installation verweigern. Gleichzeitig dürfen künftig Besitzer einer solchen Windows-XP-Version ihr Betriebssystem nicht mehr über die Update-Funktion im Internet auf den aktuellsten Stand bringen

Cracker gewinnen diesem Vorhaben von Microsoft allerdings nur ein müdes Lächeln ab. Der Grund: wird auf einer der illegalen Windows-Versionen die Funktion "Windows aktivieren" aus dem Zubehör-Menü gestartet, dann lässt sich problemlos vom Anwender der Produkt Key ändern - vorausgesetzt, dass Windows XP noch nicht aktiviert wurde, was bei den illegalen Corporate-Versionen auch der Fall ist.

Möglich wird das dadurch, dass bei der Auswahl der Aktivierungsmethode die Option "Ja, Windows telefonisch über den Kundendienst aktivieren" markiert wird. Im anschließenden Fenster darf dann über den Button "Product Key ändern" der zu verwendende Key geändert werden. Dabei muss es sich allerdings um einen gültigen Key handeln, der nicht zu der Reihe gehört, die von Microsoft jetzt für das Service Pack 1 gesperrt wurden.

Einmal geändert funktioniert die Installation des Service Pack 1 problemlos. Das bisher erscheinende Hinweis-Fenster (siehe Screenshot oben) taucht nicht mehr auf.

Ein von den Crackern bereits entwickeltes Tool-Paket nimmt dem Anwender die Arbeit ab und erleichtert ihm die Änderung des Produkt Keys, in Form einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Ebenfalls im Paket enthalten: ein Mini-Utility das den aktuell verwendeten Produkt Key anzeigt.

Microsoft gibt SP 1 für Windows XP noch höchstens 10 Tage (PC-WELT Online, 29.08.2002)

Windows XP: Microsoft eröffnet mit SP 1 offiziell Kampf gegen Cracker (PC-WELT Online, 26.08.2002)

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