22.03.2006, 10:01

Markus Pilzweger

Windows Vista verschiebt sich (zum Teil)

Microsoft hat den Start-Termin für die Endkunden-Version von Windows Vista auf Januar 2007 verschoben. Die Business-Version soll pünktlich erscheinen.
Eigentlich sollte Windows Vista im November 2006 auf den Markt kommen. Zumindest Privatanwender müssen sich nun aber noch bis Januar 2007 gedulden, denn Microsoft hat den Starttermin für das neue Betriebssystem verschoben. Pünktlich verfügbar sollen hingegen die Versionen für Business-Kunden im Rahmen des Volumen-Lizenz-Programms sein. Damit können Unternehmen schon ab November mit dem Umstieg auf das neue OS beginnen.
Als Grund für die Aufteilung der Segmente Business/Privatanwender gab Jim Allchin, Co-President der "Platforms & Services"-Abteilung bei Microsoft an, dass PC-Hersteller mehr Zeit für die Implementierung von Windows Vista in ihre PCs benötigen. "Die Industrie benötigt einen größeren zeitlichen Vorsprung, um Windows Vista auf neuen PCs zur Weihnachtszeit ausliefern zu können. Wir müssen für die Industrie optimieren, daher haben wir uns entschieden, die Verfügbarkeit für Business- und Privatanwender voneinander zu trennen", so Allchin.
Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass die Hardware-Hersteller wohl massive Schwierigkeiten gehabt hätten, Vista Ende November/Anfang Dezember auf PCs auszuliefern. Schlimmstenfalls wären nur ein paar Rechner im Handel verfügbar gewesen, etwas, das die Industrie unbedingt vermeiden will. Ron Boire, Vizepräsident von Best Buy (eine Art Mediamarkt in den USA, Anm. d. Red.) erklärte dazu: "Wenn die Menschen in unsere Geschäfte kommen, um einen neuen PC oder neue Software für ihren PC zu kaufen, wollen wir in der Lage sein, ihnen eine breite Auswahl, eine direkte Verfügbarkeit und ein großartiges Einkaufserlebnis geben zu können."
Was für den Privatanwender nicht unbedingt ein Problem darstellt, nämlich einfach ein paar Wochen länger zu warten, ist für die beteiligten Unternehmen schon eher ein dicker Brocken. Denn viele Hersteller haben sich auf den pünktlichen Start von Vista verlassen und den mutmaßlichen Geldregen durch massive Abverkäufe ihrer PCs bereits fest eingeplant. Dementsprechend verhalten sind die Reaktionen von Analysten wie Sam Bhavnani von Current Analysis. Seiner Ansicht nach könnte die Verschiebung das Wachstum der gesamten PC-Branche abschwächen. "Die Auswirkungen sind weit reichend und werden signifikante Folgen für PC-Hersteller, Verkäufer und andere Beteiligte haben", so Bhavnani.
Damit lassen sich auch die Reaktionen der Händler der Wall Street erklären: Aktien von Microsoft, Dell und Hewlett Packard gaben nach (wenn auch nur um wenige Prozentpunkte).
Die kommende, öffentliche Beta 2 von Windows Vista soll pünktlich im Juni verfügbar sein.
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