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Sammelklage wegen Gebühr für Downgrade auf XP

17.02.2009 | 17:30 Uhr |

Emma Alvarado aus Los Angeles wehrt sich gegen die gängige Praxis, Gebühren für ein Downgrade von Vista auf XP zu verlangen. Microsoft beteuert nun, an der Gebühr gar nichts zu verdienen.

Viele Anwender und Unternehmen wollen Windows Vista nicht einsetzen - sei es nun aus Gewohnheit oder weil Vista nicht in die Unternehmens-IT passt. Microsoft trägt dem Rechnung, indem es die Möglichkeit zum Downgrade auf Windows XP anbietet, allerdings gegen Gebühr.

Emma Alvarado aus Los Angeles findet das ungerecht. Dementsprechend hat sie am Bezirksgericht Seattle eine Sammelklage gegen Microsoft eingereicht. Darin fordert sie von den Redmondern die erhobene Gebühr in Höhe von 59,25 Dollar zurück. Diese musste sie beim Kauf eines Lenovo-PC bezahlen, um das vorinstallierte Windows Vista Business gegen ein Windows XP Professional eintauschen zu können.

Die Praxis, wonach sie als Konsumentin keine Wahlfreiheit habe, welches Windows-System sie auf dem PC mitkaufe, sondern für den Downgrad auf XP mit einer Zusatzgebühr "bestraft" werde, verstoße gegen das Wettbewerbsrecht (Unfair Business Practices Act) und das Konsumentenschutzgesetz (Consumer ProtectionAct) des Staates, lautet es in Begründung der Klage. Alvarado hat weitere Anwender dazu aufgefordert, sich der Sammelklage anzuschließen.

Microsoft sieht das etwas anders: Der Softwareriese argumentiert, dass man an der Gebühr ja gar nichts verdiene. "Microsoft verlangt keine extra Gebühren, wenn ein Kunde sein Downgrade-Recht nutzt", erklärt Microsoft-Sprecher David Bowermaster in einer E-Mail. Dabei schiebt er den Schwarzen Peter den PC-Herstellern zu. Diese würden das Geld für die zusätzlichen Medien und den zusätzlichen Aufwand fordern.

Dabei geht Microsoft allerdings auf einen wichtigen Punkt der Anklageschrift gar nicht ein: Ein Downgrade ist nur für Käufer der teuren Business- oder Ultimate-Version von Vista möglich. Benutzer der günstigeren Vista-Home-Ausgaben können gar nicht auf XP downgraden. "Die Kunden werden dazu gezwungen, die teurere Version des Betriebssystems zu kaufen, um downgraden zu dürfen", heißt es in der Anklageschrift. ( TecChannel /mha)

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