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Windows Vista: Microsoft testet P2P-Technologie

22.08.2005 | 16:21 Uhr |

Microsoft testet mit der ersten Beta von Windows Vista eine P2P-Technologie, die den Namen PNRP trägt. Sobald eine Verbindung mit dem Internet hergestellt wird, treten Vista-Rechner miteinander in Kontakt und bilden ein Netzwerk.

Nur durch einen Zufall ist es Beta-Testern von Windows Vista aufgefallen, dass Microsoft mit der erste Beta des Windows-XP-Nachfolgers auch eine P2P-Technologie testet. Sofort nach der Einwahl in das Internet fiel den Testern auf, dass reger Netzwerk-Verkehr einsetzte. Besorgt wurden die Sicherheitsexperten des SANS kontaktiert, weil ein Angriff befürchtet wurde.

Des Rätsels Lösung: In Windows Vista Beta 1 ist standardmäßig ein neues Feature eingeschaltet, das den Namen "PNRP" (Peer Name Resolution Protocol) trägt. Sobald eine Internetverbindung vorliegt, versucht das Vista-System mit anderen Rechnern in Kontakt zu treten, auf denen ebenfalls die Beta von Vista läuft.

Wie PNRP funktioniert, erläutert Microsoft auf dieser Seite . Grob erklärt: PNRP errichtet ein Netzwerk aus vielen Rechnern ohne dass ein zentraler Server notwendig wäre - wie in einem P2P-Netzwerk. Jeder an dem Netzwerk angeschlossene Rechner erhält eine IP-Adresse und ist über diese erreichbar. PNRP könnte bei Online-Spielen ebenso zum Einsatz kommen, wie bei anderen Anwendungen. Entwicklern stellt Microsoft für die Entwicklung entsprechender Applikationen die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung.

Sicherheitsexperten warnen vor Risiken durch PNRP. Die Beta-Tester würden eine Technologie nutzen, die noch nicht ausreichend auf ihre Risiken hin getestet worden ist. Microsoft hingegen betont, dass PNRP nur in der Beta-Version standardmäßig eingeschaltet ist und dies bei der finalen Version von Windows Vista nicht der Fall sein wird. Anwender werden dann die Funktion einschalten müssen, um sie nutzen zu können.

Risiken hinsichtlich der Beta durch PNRP lässt Microsoft nicht gelten. Die Beta-Versionen seien dafür da, um neue Funktionen und Technologien zu testen. Ohnehin sollten die Tester die Beta-Versionen nur in einer Testumgebung und mit erhöhter Sorgsamkeit auszuprobieren.

"Wir machen Dinge anders in Betas um Informationen zu sammeln, die uns dabei helfen, das Produkt besser zu machen. Dass der Service standardmäßig angeschaltet ist, erlaubt uns, ihn ausgiebig zu testen und ihn zu verbessern", so Greg Sullivan, Lead Produkt Manager der Windows Division bei Microsoft, gegenüber dem US-Nachrichtendienst Cnet.

Intern will Microsoft bereits die Sicherheit von PNRP überprüft haben. Derzeit würden Gespräche mit externen Sicherheitsspezialisten geführt, die das Protokoll ebenfalls testen sollen. Eine frühe Version von PRNP soll bereits mit dem Service Pack 1 für Windows XP ausgeliefert worden sein. Hier allerdings standardmäßig deaktiviert.

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