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Windows Vista: Microsoft hört auf die Anwender und ändert Lizenzbestimmungen

03.11.2006 | 11:31 Uhr |

Die Beschwerden der Anwender haben gefruchtet: Microsoft hat bekannt gegeben, dass die Lizenzbestimmungen für die Verkaufsversionen von Windows Vista geändert worden sind.

Mitte Oktober war bekannt geworden, dass Microsoft in den Lizenzbestimmungen von Windows Vista festgelegt hatte, dass der Anwender das Betriebssystem nur einmal auf ein anderes Gerät übertragen darf. Die Lizenz für das Betriebssystem war demnach nicht mehr an den Anwender, sondern an das Gerät gebunden, auf dem das Betriebssystem installiert wird. Mit anderen Worten: Wenn ein Anwender Windows Vista erwirbt, auf den Rechner A installiert und sich dann einen neuen Rechner B kauft und Vista dort installiert (nachdem Vista auf Rechner A gelöscht wurde), dürfte der Anwender Windows Vista nicht mehr auf einem eventuell folgenden Rechner C installieren.

Nach Bekanntwerden der Passage in den Lizenzbestimmungen war es zu einem Sturm der Entrüstung im Internet gekommen. Die Welle erreichte auch Microsoft und das Unternehmen hat jetzt reagiert.

Im Blog des Windows Vista Team wird verkündet, dass die strittige Passage in den Lizenzbestimmungen geändert worden ist. Sie lautet nun: "Sie dürfen die Software deinstallieren und auf einem anderen Gerät installieren und nutzen" und es folgt der Hinweis, dass eine Lizenz nicht zwischen zwei Geräten geteilt werden darf, also Vista nicht parallel auf zwei Systemen installiert und genutzt werden darf. Die entsprechende Passage findet sich in den aktualisierten Lizenzbestimmungen für die Verkaufsversionen von Windows Vista, die hier online nachgelesen werden können.

Die Regelung betrifft alle Verkaufsversionen von Windows Vista, also Windows Vista Home Basic, Windows Vista Home Premium, Windows Vista Business und Windows Vista Ultimate.

Microsoft betont, dass die ursprüngliche Passage in den Lizenzbestimmungen sich gegen Software-Piraterie richtete. Aufgrund des Feedbacks habe man aber gemerkt, dass die Regel eine wichtige Gruppe der PC-Anwender negativ trifft: Die PC- und Hardware-Enthusiasten. Genau diese Gruppe wolle man aber nicht benachteiligen, weil sie während der Entwicklungsphase von Windows Vista Microsoft tatkräftig unterstützt habe. "Wir respektieren die Zeit und das Geld, dass ihr in den Aufbau und Neuaufbau eurer Hardware investiert. Wir hoffen, dass die Änderung euch die Flexibilität bietet, die ihr braucht und euch einen Grund gibt, euch auf das Erscheinen unseres neuen Betriebssystems zu freuen", so Microsoft.

Die so genannten PC- und Hardware-Enthusiasten machen nur einen kleinen Teil als PC-Anwender aus, gelten aber als zahlungskräftige Klientel gerade für Hardware-Hersteller. Es ist die Gruppe von PC-Anwendern, die jede neue Grafikkarte oder Prozessor sofort kauft und den Rechner immer topaktuell hält. Andererseits betrifft die Änderung aber auch alle PC-Anwender. Windows XP hatte bereits eine lange Lebensdauer und auch bei Vista ist zu erwarten, dass Anwender es für einige Jahre einsetzen werden. In diese Zeit fällt sicherlich bei dem einen oder anderen auch der Kauf von mehreren Rechnern.

Erst kürzlich hatte Microsoft auch bekannt gegeben, dass es bei Vista im Vergleich zu Windows XP auch Änderungen beim Aktivierungsprozedere gibt. Auch hier werden insbesondere Anwender künftig geschont, die häufig an ihrem Rechner basteln und Komponenten austauschen. Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in dieser PC-WELT Nachricht .

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