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Windows Vista: Mehr Systemspeicher durch USB-Stick

16.09.2005 | 14:46 Uhr |

Mittels eines USB-Sticks werden Windows Vista-Anwender den im System verfügbaren Speicher erweitern können. Der Windows-XP-Nachfolger wird dies über die "Superfetch"-Technologie ermöglichen.

Microsoft hat auf der PDC 2005 (Professional Developer Conference) einige weitere Details zu der neuen "Superfetch"-Technologie bekannt gegeben, die in Windows Vista enthalten sein wird. "Superfetch" soll das Arbeiten mit dem Betriebssystem künftig beschleunigen. Die Technologie protokolliert im Hintergrund die vom Anwender in der Vergangenheit oft gestarteten Anwendungen und benötigten Daten. Diese werden dann beim Arbeiten mit Windows Vista im voraus in den Speicher geladen, damit sie bei Bedarf schneller verfügbar sind.

Laut Angaben von Jim Allchin, Group Vice President for Windows Platforms bei Microsoft, arbeitet "Superfetch" umso besser, je mehr Systemspeicher zur Verfügung. "Es arbeitet gut, wenn eine angemessene Menge an Speicher vorhanden ist. Es arbeitet fantastisch, wenn Sie 'Bootsladungen' an Speicher haben", scherzte Allchin. Er betonte aber auch, dass Microsoft an die PC-Besitzer gedacht habe, die eben keine "Bootsladungen an Speicher" besitzen.

Hier kommen die USB-Sticks ins Spiel. Windows Vista wird über "Superfetch" in der Lage sein, den Speicher des USB-Sticks dem virtuellen Speicher des Betriebssystems hinzuzufügen. Diese Option, so Allchin, sei für Anwender eine Möglichkeit den Systemspeicher zu vergrößern, auch wenn keine physikalischen Speicherslots im Rechner mehr verfügbar sind. Superfetch legt dann die vorab geladen Daten nicht im physikalischen Speicher ab, sondern auf dem Speicher des USB-Sticks. Interessant sei dies auch, so Allchin weiter, beispielsweise für Besitzer von tragbaren Rechnern.

Der USB-Stick könne dabei jederzeit wieder herausgenommen werden, ohne dass dies zu Komplikationen führen würde. Aus Sicherheitsgründen werden alle Daten auf den USB-Sticks in verschlüsselter Form abgelegt, so dass sie nicht in falsche Hände geraten können. Superfetch soll bereits in der allerersten Beta von Windows Vista enthalten sein. Die USB-Option wird allerdings erst in einer späteren Version folgen.

Abzuwarten bleibt, welchen Effekt die Nutzung des USB-Sticks hat. Das Lesen und Schreiben auf einen USB-Stick ist um ein vielfaches langsamer als der Zugriff auf den Speicherriegel. Zumindest theoretisch ist es aber schneller, als die Daten auf der Festplatte auszulagern. Wobei es hier wiederum darauf ankommt, was für eine Festplatte im Rechner steckt und wie die USB-Schnittstelle gerade ausgelastet wird. Andererseits: Der USB-Stick wird nur für Superfetch genutzt. Wenn nicht genügend Arbeitsspeicher vorhanden wäre, hätte Superfetch gar nichts zum Auslagern von Daten.

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