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Windows Vista: Key-Generator war ein Scherz

05.03.2007 | 13:02 Uhr |

Anfang März war im Internet ein Tool aufgetaucht, das es laut Entwickler angeblich erlaubte, gültige Produktschlüssel für Windows Vista zu generieren. Prompt tauchten auch Berichte auf, dass dieses Tool tatsächlich funktioniere. Dem Treiben hat der Programmierer des Tools, der sich „Computer User“ nennt, nun ein Ende bereitet.

„Computer User“ hatte sich am 1. März im Forum der Website Keznews zu Worte gemeldet und über ein vorgeblich von ihm entwickeltes Tool berichtet, das angeblich nach dem Zufallsprinzip Produktschlüssel für Windows Vista ermittelt, wenn man dem Tool nur genügend Zeit gibt. Der dazu passende Download wurde über Rapidshare & Co. verbreitet.

Die ersten Reaktionen der Community fielen positiv aus, obwohl einigen auffiel, dass das Tool selbst nach Stunden im Betrieb kein Ergebnis lieferte. Im Gegenzug gab es allerdings auch vereinzelt Berichte, dass das Tool tatsächlich einen gültigen Produktschlüssel generiert habe. Alle Zweifel wurden zunächst ignoriert, weil "Computer User" in der Vergangenheit ein aktiveres Mitglied des Forums war und ihm deshalb ein gewisser Vertrauensvorschuss gewährt wurde.

Am Wochenende meldete sich nun „Computer User“ erneut und schrieb: „In der Tat ist der Brute-Force-Keygen ein Witz.“ Er habe nie vorgehabt, es funktionieren zu lassen und es habe auch nie funktioniert. Alle sollten sofort aufhören, es zu benutzen. „Jeder, der behauptet, dass er einen Schlüssel dadurch erhalten habe, lügt oder irrt sich“, so „Computer User“.

Fakt dürfte sein, dass Microsoft entsprechende Maßnahmen getroffen hat, damit nicht irgendwelche Tools per Zufallsprinzip einfach einen Produktschlüssel erraten können.

Festzuhalten bleibt ebenfalls, dass vor Tools, die vorgeben, einen Produktschlüssel für Vista zu generieren, ein großer Bogen gemacht werden sollte, insbesondere nachdem es jetzt die Berichte von einem angeblich funktionierenden Tool gab. Nicht jeder dürfte auch gelesen haben, dass es sich eigentlich um ein Hoax handelt. Böse Entwickler könnten diese Unwissenheit ausnutzen, um mit Malware verseuchte Programme unter das Volk zu bringen.

Bleibt noch die Frage, ob - wenn es tatsächlich möglich wäre - ein solch zufällig generierter Produktschlüssel mit einem legitimen Produktschlüssel kollidieren könnte. Dieser Frage widmet sich das Blog von Microsofts WGA-Team. Zumindest theoretisch sei dies zwar möglich und der Support müsste sich darum kümmern. In der Realität sei dies aber eher unwahrscheinlich, weil der Aktivierungsserver die an ihn gesendete Produktschlüssel rigoroser teste, als es beim lokalen Rechner der Fall sei. Damit sei es auch eher unwahrscheinlich, dass der Rechner sich durch den zufällig generierten Produktschlüssel tatsächlich auch aktivieren lasse. Genaure Details dazu, wie der Aktivierungsserver genau die Produktschlüssel überprüft und wieso das ganze eher unwahrscheinlich zum Erfolg führe, wird aus nahe liegenden Gründen im Blog verschwiegen.

Windows Vista: Unterschiedliche Knack-Methoden kursieren im Netz (PC-WELT Online, 23.02.2007)

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