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Windows Vista: Experte befürchtet Verlangsamung des Internets

07.09.2006 | 11:56 Uhr |

Der Erfinder des Domain Name Systems hat die Befürchtung geäußert, dass Microsofts Windows Vista das Internet verlangsamen wird. Experten widersprechen dem allerdings und auch Microsoft sieht keinen Grund zur Sorge.

Paul Mockapetris, Erfinder des Domain Name Systems (DNS), hat die Befürchtung geäußert, dass Windows Vista bei seiner Einführung für enormen Traffic bei den DNS-Servern sorgen wird und dadurch das Internet verlangsamen wird. Wie der US-IT-Dienst Cnet berichtet, begründet Mockapetris seine Aussage damit, dass Vista zwei Internet-Protokolle gleichzeitig nutzt und sich damit auch die Zugriffe eines Rechners auf die DNS-Server verdoppelt. Die DNS-Server selbst würden aber bereits jetzt schon teilweise am Rande ihrer Kapazität arbeiten.

Microsoft widerspricht Mockapetris. Das Unternehmen räumt zwar ein, dass Vista für höhere Zugriffe auf die DNS-Server sorgen wird, allerdings würde das nicht die Folgen haben, die Mockapetris befürchtet. Ähnlich äußern sich auch andere Experten, die zudem auch darauf hinweisen, dass Mockapetris derzeit bei einem Unternehmen beschäftigt ist, das DNS-Produkte verkauft.

Der unabhängige Forscher Dan Kaminsky sagte: "Vista wird durch seine Unterstützung von IPv6 zu einer höheren Auslastung der Name-Server sorgen, weil es kontrolliert, welches Protokoll es nutzen soll. Aber das ist nicht das Zeug, was zu Blackouts führt." Probleme könnten höchstens Unternehmen kriegen, die ihren Name-Server bereits jetzt am Limit nutzen und dann über Nacht bei zig Tausend Rechnern Vista aufsetzen, ohne vorher die Kapazität des Name-Servers zu erhöhen. So ein Szenario sei allerdings eher unwahrscheinlich.

Windows Vista wird bei Internet-Verbindungen sowohl das bisher geläufige IPv4 (Internet Protocol Version 4) nutzen, als auch das neue IPv6. Während das IPv4 nur bis zu maximal 4 Milliarden IP-Adressen ansprechen kann, was 2 entspricht, sind es bei IPv6 2 Adressen. Weiterhin aktuell bleibt IPv4, allerdings unterstützt Vista bereits jetzt IPv6. Das wird dazu führen, dass Vista oft bei einer Adresseingabe zwei Anfragen an die DNS-Server stellen wird. Jeweils für IPv4 und IPv6. Daraus schließt Mockapetris, dass sich die Zugriffe auf die DNS-Server erhöhen und dadurch insgesamt das Internet langsamer wird. Dem widerspricht wiederum Microsoft. Vista sei so konzipiert, dass nur in wenigen Fällen zwei Abfragen an die DNS-Servern notwendig sein werden. Hinzu komme, dass Vista zunächst eine Abfrage für IPv4 an den DNS-Server sendet, wenn der dann eine Fehler zurückgibt (weil die eingegebene URL beispielsweise nicht existiert), dann sendet Vista auch keine zweite Abfrage für IPv6.

Gegenüber Cnet widersprach auch David Ulevitch den Aussagen von Mockapetris. Ulevitch ist bei OpenDNS , einem Anbieter freier DNS-Dienste, beschäftigt. Seiner Ansicht zufolge könne DNS jederzeit verbessert werden und Aussagen, dass irgendetwas zusammenbrechen könnte, seien Angstmache.

Hinzu kommt, dass bereits jetzt Millionen von Anwender Vista testen, darunter auch Anbieter von Internetdiensten, und bisher noch keine Probleme bekannt geworden sind.

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