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Windows Vista: Details zu den Hardware-Anforderungen

08.09.2005 | 12:08 Uhr |

Windows Vista erscheint in knapp einem Jahr. Welche Hardware wird das Betriebssystem benötigen, um optimal laufen zu können? Antworten darauf gab jetzt der für Microsoft tätige Nigel Page.

Wer freut sich am meisten, wenn Microsoft ein neues Betriebssystem auf den Markt bringt? Richtig. Die Hardware-Hersteller. Nigel Page, Stratege bei Microsoft Australien, hat sich darüber geäußert, mit welcher Hardware Windows Vista am besten laufen wird. Die Website Apcstart.com hat die Aussagen zusammengefasst.

Eines der wichtigsten Merkmale von Windows Vista ist das für die Darstellung zuständige LDDM (Longhorn Display Driver Model). Während das aktuelle Driver-Model auf Bitmap-Grafiken basiert, erfolgt bei LDDM die Berechnung in 3D-Vektor-Grafiken. Dadurch steigen die Anforderungen an der Grafikkarte im System. Andrerseits übernimmt diese künftig die Hauptrechenarbeit und entlastet dadurch den Hauptprozessor.

Die Grafikkarte sollte laut Page für den Einsatz unter Windows Vista mindestens 128 MB Speicher besitzen. Besser seien jedoch 256 MB . Die Schnittstelle PCI-Express ( PCI x16 ) sei dabei besser geeignet, als AGP. Der Grund: LDDM besitzt die Fähigkeit, Daten von dem Speicher der Grafikkarte auf den Hauptspeicher auszulagern, wenn der Grafikkarten-Speicher gerade für dringendere Aufgaben benötigt wird. Dadurch spiele die Bi-direktionale Verbindung zwischen Grafikkarte und System eine große Rolle.

Ärgerlich für Windows Vista-Besitzer: Wegen HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection) werden hochauflösende Videos auf heutzutage erhältlichen Monitoren nur in einer geringeren Qualität abgespielt. Laut Page habe die Filmindustrie Schutzmechanismen für ihre hochauflösenden Videos gefordert. In der Folge lägen alle derartigen Videos in einer verschlüsselten Form vor. Intern übermittelt das System die verschlüsselten Daten an den Monitor und nur dieser kann sie direkt entschlüsseln. Wer einen solchen HDCP-fähigen Monitor nicht besitzt, der muss sich mit einer schlechteren Qualität begnügen.

Optimal für Windows Vista sei auch der Einsatz einer S-ATA 2-Festplatte. Im Gegensatz zu S-ATA1 unterstützt diese auch NCQ (Native Command Queuing). Dadurch könne der Datenfluss vom Laufwerk optimiert werden. Ebenfalls von Vorteil seien Dual- beziehungsweise Multicore-Prozessoren.

Für ein 32-Bit System empfiehlt Nigel Page ein System mit mindestens einem halben Gigabyte Hauptspeicher. Bei einem 64-Bit-Rechner seien dagegen 2 GB DDR3-Speicher empfehlenswert. Generell gelte, dass beim Umstieg von 32 Bit auf 64 Bit eine Verdopplung des Hauptspeichers erforderlich ist.

Alle bisher erwähnten Hardware-Angaben beschreiben ein System, auf dem Windows Vista optimal läuft. Sie bedeuten allerdings nicht, dass jeder auch so ein System benötigt. In Punkto Grafikkarte weist Nigel Page beispielsweise darauf hin, dass jede heutzutage erhältliche 3D-Grafikkarte bereits für Windows Vista geeignet sei. Sogar 64-MB-Grafikkartenmodelle seien in Ordnung.

Dem Anwender bleibe es überlassen, wie die Darstellung von Windows Vista erfolgen soll. So kann er sich beispielsweise für eine ressourcenschonende Oberfläche entscheiden, die der von Windows XP ähnelt. Oder er wählt ein "Aero" aus, bei dem sich die CPU und die GPU die Arbeit teilen. Oder eben "Aero Glass", bei dem die GPU die Hauptarbeit übernimmt.

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