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Surface RT-Verkäufe liegen wohl deutlich unter Plan

13.11.2012 | 14:51 Uhr |

Der Verkauf der Surface-Rechner scheint weit hinter den Erwartungen von Microsoft zurück zu bleiben. Trug der schleppende Verkauf der Surfaces mit zum Sturz von Windows-Chef Sinofsky bei?

Wie das taiwanische IT-Nachrichtenmagazin Digitimes berichtet, liegen die Surface-Verkäufe nur bei 60 Prozent der für 2012 prognostizierten Verkaufszahlen. Auch für den Jahresendspurt rechnen Marktbeobachter nicht damit, dass Surface noch signifikant aufholen kann. Diese Einschätzung bekam Digitimes von Zulieferfirmen für Surface-Geräten.

Die derzeit erhältlichen Surface-Geräte laufen alle mit Windows RT und nicht mit Windows 8. Das Problem beim Verkauf: Die Surface RT-Modelle bieten gegenüber Tablets oder preiswerten Notebooks kein spürbar besseres Preisleistungsverhältnis, wie Marktanalysten meinen. Zudem vermissen viele Kunden bei Windows RT-Geräten die Möglichkeit klassische Desktopprogramme installieren zu können. Stattdessen kann man bei Windows RT ausschließlich Software – genauer gesagt: Apps – aus dem Windows Store installieren. Doch das App-Angebot im Windows Store ist noch sehr mager. Will man dagegen auch klassische Desktop-Programme unter Windows 8 installieren, dann muss man sich ein Surface mit Windows 8 und nicht mit RT kaufen. Surface mit Windows 8 Pro bringt Microsoft aber eigenen Angaben zufolge erst im ersten Quartal 2013 in den Handel.

In Zusammenhang mit dem offensichtlich hinter den Erwartungen zurückbleibenden Verkaufszahlen von Microsoft Surface RT drängt sich auch die Frage auf, ob der Abgang des bisherigen Windows-Chefs Steven Sinofsky damit zusammen hängt. Will man den auf Mutmaßungen beruhenden Berichten verschiedener US-Medien glauben, so gibt es für den Abgang von Sinofsky zwei Gründe: Sinofsky war bei seinen Kollegen unbeliebt und hat für ein angespanntes und gereiztes Betriebsklima gesorgt. Und Microsoft ist eben mit den bisherigen Windows 8- und Surface-Verkäufen unzufrieden. Zu letzterem passt, dass Microsoft die Verkaufszahlen noch nicht offiziell kommentiert hat.

Microsoft-Chef Steve Ballmer wurde kürzlich von der französischen Zeitung Le Parisien so zitiert, dass er einräumte, dass die Surface-Verkäufe nur gemächlich anlaufen würden. Microsoft hat mittlerweile versucht, den Bericht der französischen Tageszeitung zurecht zu rücken, wie Pocketnow berichtet. Doch von einem erfolgreichen Verkauf bei Surface kann trotz dieses Dementis nicht die Rede sein – einen erfolgreichen Abverkauf hätte Microsoft sofort laut und auf allen seinen Kanälen verkündet. Eben dieses Schweigen stimmt misstrauisch.

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