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Windows Media Player 11: Kein Backup von Musik-Lizenzen möglich

22.09.2006 | 13:46 Uhr |

Microsoft gerät ins Kreuzfeuer der Kritik, weil es in Windows Media Player 11 keinerlei Backup-Funktion integriert hat, mit der Lizenzen von erworbenen Inhalte beispielsweise nach einer Neuinstallation eines Systems wiederhergestellt werden können. Das war noch bei der Version 10 möglich. Eine plausible Erklärung für das Fehlen einer solchen Funktion liefert Microsoft aber nicht.

In einem mit spitzer Feder geschriebenen Artikel wettert der britische IT-Dienst Inquirer über den Windows Media Player 11. Der Grund: Microsoft erlaubt es - im Gegensatz zur Vorgängerversion - dem Anwender bei dieser Version nicht mehr, ein Backup seiner DRM-geschützten Musiksammlung anzulegen.
Tatsächlich: In den "Häufig gestellte Fragen zu DRM bei Windows Media Player" der Windows-Media-Player-11-Hilfe heißt es dazu unter "Wie sichere ich meine Mediennutzungsrechte?":

Diese Version des Players ermöglicht es Ihnen nicht, Ihre Mediennutzungsrechte zu sichern. Allerdings haben Sie je nach Bezugsquelle der geschützten Dateien unter Umständen die Möglichkeit, Ihre Rechte über das Internet wiederherzustellen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Frage in diesem Thema zum Wiederherstellen Ihrer Mediennutzungsrechte.

Unter "Wie kann ich meine Mediennutzungsrechte wiederherstellen?" verweist Microsoft auf die Online-Shops, bei denen die Anwender die DRM-geschützten Dateien erworben haben.

Wenn Sie die Datei von einem Onlineshop erhalten haben, wenden Sie sich an den Shop, um herauszufinden, ob dieser die Wiederherstellung von Mediennutzungsrechten (Lizenz) anbietet (manche Shops bezeichnen dieses Verfahren als Computeraktivierung, Computerautorisierung oder Lizenzsynchronisierung).

Das Wörtchen "ob" ist der Knackpunkt: Nicht jeder Onlineshop erlaubt die Wiederherstellung der Lizenz oder schränkt diese auf eine gewisse Anzahl von Wiederherstellungen ein. Das räumt auch Microsoft in seinen Hinweisen ein. Was der Anwender in solchen Fällen tun soll, wird aber offen gelassen. Im Endeffekt bedeutet dies, dass der Anwender die DRM-Datei erneut erwerben muss, wenn er beispielsweise sein System neu aufsetzt oder einen neuen Rechner erwirbt.

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