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Windows-Kopierschutz für MP3

16.02.2001 | 15:57 Uhr |

Microsoft plant einen neuartigen Kopierschutz für Multimedia-Dateien, der dem Unternehmen eine Art Monopolstellung geben könnte. Der Kopierschutz soll bereits in Windows ME enthalten, aber derzeit noch wirkungslos sein. Später werde die Technik auch in Windows XP (Codename: Whistler) verwendet. Das Verfahren hört auf den Namen SAP (Secure Audio Path) und ist in die Betriebssysteme von Microsoft fest integriert.

Microsoft plant einen neuartigen Kopierschutz für Multimedia-Dateien. Dieser ist schon in Windows ME enthalten und soll später auch in Windows XP (Codename: Whistler) verwendet werden. Das Verfahren hört auf den Namen SAP (Secure Audio Path) und ist fest integriert in den Betriebssystemen von Microsoft.

Mit SAP werden Störsignale in die Multimedia-Dateien gebracht, die dafür sorgen sollen, dass die so veränderte Datei nur auf einem Rechner läuft. Versucht man die Datei auf den dafür vorgesehenen Rechner ablaufen zu lassen, erkennt SAP dies und veranlasst, dass die Soundkarte die Störsignale herausfiltert. Versucht man dagegen die Datei auf einem anderen Rechner ablaufen zu lassen, sind nur die Störsignale zu hören.

SAP ist fest im Betriebssystem integriert und funktioniert nur mit dem Media Player. Dabei läuft es ständig im Hintergrund und hakt sich zwischen dem Media Player und der Soundkarte ein. Anscheinend werden aber Hardware-Informationen aus der Soundkarte ausgelesen, die ihre eindeutige Bestimmung zulassen. Anschließend werden die Multimedia-Dateien so codiert, dass sie nur mit der zugehörigen Soundkarte problemlos angehört werden können.

Dass SAP im Hintergrund läuft bleibt für den Anwender verborgen. "Die Anwender bemerken erst dann etwas von SAP, wenn Sie eine nicht unterstützte Soundkarte nutzen" meint Gary Share von Microsoft gegenüber dem Nachrichten-Magazin Wired.

Das SAP schon in Windows ME implementiert ist und noch nicht genutzt wird liegt daran, dass Microsoft den Zeitpunkt noch nicht für geeignet hält. Das System würde erst dann Sinn machen, wenn der Windows Media Player weit verbreitet wäre.

Auch andere Firmen entwickeln Systeme zum Schutz von Multimedia-Inhalten. Im Gegensatz zu deren Ansätzen, lässt sich der SAP-Kopierschutz von Microsoft nicht beliebig erweitern. So lässt SAP es nicht zu, dass parallel dazu auch andere Kopierschutz-Systeme laufen. "SAP ist eine Komponente von Windows und läuft nur mit der Windows Media Technologie, damit das ganze System wirklich sicher ist", so Gary Share. Das bedeutet allerdings auch, dass Microsoft quasi ein Monopol als Anbieter eines Kopierschutzes anstrebt.

Dabei sieht sich Microsoft klar im Vorteil, da es die Betriebssysteme mit einem fertigen Kopierschutz-System ausliefert und die Anbieter von Multimedia-Dateien dieses nur noch zu nutzen brauchen. (PC-WELT, 16.02.2001, pk)

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