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Windows Defender kann jetzt auch Adware abwehren

27.11.2015 | 15:24 Uhr |

Microsoft hat seinen Antiviruslösungen beigebracht Adware zu blockieren. Doch um diesen Zusatzschutz zu aktivieren, müssen Windows-Nutzer in die Registry eingreifen.

Seit Windows 8 enthält das Betriebssystem ein Antivirusprogramm namens Windows Defender, das zumindest einen gewissen Schutz vor bekannter Malware bietet. Lästige Adware, wie sie bei manchen Gratisprogrammen mit installiert wird, konnte es jedoch bislang nicht abwehren. Das hat Microsoft nun für seine Unternehmenslösung System Center Endpoint Protection offiziell geändert. Mit einem beherzten Eingriff in die Registry können auch normale Windows-Nutzer diesen Schutz aktivieren.

Microsoft beschreibt im Malware Protection Center Blog , wie Administratoren im Unternehmen den Adware-Schutz aktivieren können. Die Beschreibung bezieht sich auf Arbeitsplatzrechner ("Endpoints"), die mit System Center Endpoint Protection verwaltet werden und auf denen Windows Defender läuft. Der Schutz ist auf Download und Installation der Adware-haltigen Software begrenzt – bereits installierte Adware wird nicht beseitigt.

Der Windows Defender in Endkunden-Versionen von Windows 8.x und Windows 10 kann das auch. Den Home-Versionen fehlt allerdings der Group Policy Editor, für den Microsoft die Prozedur beschreibt. Doch mit dem Registrierungseditor RegEdit können Sie einen neuen Registry-Eintrag anlegen, der den Adware-Schutz freischaltet. Erzeugen Sie dazu im Schlüssel "HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Policies\Microsoft\Windows Defender\MpEngine" einen DWORD-Wert namens "MpEnablePus" mit dem Wert 1. Spätestens nach einem Windows-Neustart sollte Windows Defender beim Download oder bei der Installation einer Adware eine Warnung ausgeben. Lautet der Wert 0, ist die Adware-Erkennung abgeschaltet.

Wie auch viele Antivirushersteller benutzt Microsoft nicht den Begriff Adware, sondern nennt es "PUA" (Potentially Unwanted Application, potenziell unerwünschte Anwendung). Darauf bezieht sich auch der Name des Registry-Eintrags "MpEnablePus": hier steht "Pus" für Potentially Unwanted Software. Für Windows 7 und Vista gibt es den Adware-Blocker so nicht, da deren Windows Defender trotz gleichen Namens nur eine stark eingeschränkte Funktionalität bietet. Microsoft Security Essentials oder ein Antivirusprogramm eines anderen Herstellers kann hier Abhilfe schaffen.

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