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Windows 95 schütze Amerika

19.12.2005 | 14:09 Uhr |

Im US-Heimatschutzministerium laufen noch etliche Rechner mit dem Windows-Oldie.

Zwar hängt die nationale Sicherheit der USA nicht direkt davon ab, es stimmt jedoch bedenklich, wenn man sich den Zustand der IT-Ausstattung in Teilen des US-Heimatschutzministeriums betrachtet. Immer wieder gibt es Berichte über schlechte Noten bei der IT-Sicherheit in wichtigen Behörden, die Ursachen sind meist hausgemacht.

Allein bei der Einwanderungsbehörde, die bei dessen Gründung dem DHS (Department of Homeland Security) unterstellt wurde, laufen Dutzende von Computersystemen nebeneinander her. Sie sind weitgehend inkompatibel zueinander, ein elektronischer Datenaustausch ist praktisch unmöglich. Ein erheblicher Teil der Bearbeitung von Visa-Anträgen, einschließlich der so genannten Greencards, besteht im Wortsinn aus Papierkrieg.

Etwa eine Million Antragsteller warten zum Teil seit Monaten oder gar Jahren auf die Bearbeitung ihrer Fälle. Ein großer Teil der Arbeitszeit geht dadurch verloren, dass Daten immer wieder ausgedruckt und in der nächsten Dienststelle erneut in die Computer eingegeben werden müssen. Auf Grund von Inkompatibilitäten verschiedener Anwendungen scheiterte eine Umstellung auf Windows 2000 in einigen Bereichen, weshalb dort wieder mit Windows 95 gearbeitet werden muss.

Die US-Einwanderungsbehörde hat in den letzen Jahren 280 Millionen Dollar zur Verbesserung der Situation ausgegeben, davon jedoch gerade 4,5 Millionen für neue Computer. Das meiste Geld floss in die Anstellung von Aushilfskräften. Das Heimatschutzministerium verfügt für 2006 über einen Gesamtetat von 30,8 Milliarden Dollar. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 muss die Einwanderungsbehörde auch darauf achten, dass keine Terroristen ins Land gelangen.

US Secret Service patzt bei IT-Sicherheit

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