211906

Werden Netbooks wegen Windows 7 teurer?

30.09.2009 | 11:51 Uhr |

Microsoft hat bekannt gegeben, dass Netbook-Hersteller Windows 7 ohne jegliche Einschränkung auf Netbooks einsetzen dürfen. Auch eine wichtige Limitierung bei Windows 7 Starter wurde entfernt. Unterm Strich könnten Netbooks mit Windows 7 aber teurer als XP-Netbooks werden.

Laut Angaben von Microsoft existiert bei Windows 7 Starter keine Limitierung mehr auf drei gleichzeitig laufende Applikationen, wie ursprünglich geplant. Darauf wies ein britischer Microsoft-Sprecher auf Nachfrage von Tgdaily.com.

Der Microsoft-Sprecher fügte außerdem hinzu, dass Microsoft die Hersteller frei darüber entscheiden lasse, welche Windows-7-Version auf den Netbooks zum Einsatz kommen soll. Gegen den Einsatz von Windows 7 Starter sprechen aber auch nach Wegfall der "maximal drei Applikationen dürfen gleichzeitig laufen"-Einschränkung wichtige Eigenschaften: So ist Windows 7 Starter (ebenso wie Windows 7 Home Basic) nur als 32-Bit-Fassung erhältlich und es fehlen zahlreiche Funktionen.

Sowohl Windows 7 Starter als auch Windows 7 Home Basic sind für den Verkauf in Schwellenländern konzipiert. Aufgrund der fehlenden Funktionen werden diese beiden Versionen in Industrieländern erst gar nicht angeboten. Wichtigster Unterschied zwischen Windows 7 Starter und Windows 7 Home Basic war bisher die 3-Applikationen-Regel.

Microsoft hat bei Windows 7 im Vergleich zu Windows Vista so viele Verbesserungen bei der Performance erreicht, dass Netbooks problemlos auch Windows 7 Home Premium, Windows 7 Professional oder Windows 7 Ultimate verkraften, wie auch Tests der PC-WELT belegen.

Letztendlich dürfte es allerdings eine Preisfrage sein, welche Windows-7-Version die Netbook-Hersteller tatsächlich einsetzen. Bisher erhielten die Netbook-Hersteller eine Windows-XP-Lizenz für die Netbooks für 15 US-Dollar - so jedenfalls die Gerüchteküche.

Wie viel eine Windows-7-Lizenz für Netbooks kostet, hat Microsoft öffentlich noch nicht verraten. Kürzlich war aber zu vernehmen, dass Microsoft von PC-, Notebook- und Netbook-Herstellern im Schnitt 50 US-Dollar pro Windows-Lizenz erhalte. Das legt den Verdacht nahe, dass Netbook-Hersteller künftig mehr Geld ausgeben müssen, um ihr Gerät mit Windows 7 ausliefern zu können.

Das bedeutet: Entweder sinkt die Gewinnmarge der Netbook-Hersteller oder Netbooks mit Windows 7 werden teurer angeboten als die Netbooks, die bisher mit Windows XP erhältlich sind. Fraglich ist aber, ob Anwender bereit sind, für ein Netbook mit Windows 7 mehr zu zahlen, als für ein Netbook mit Windows XP.

Immerhin dürfen Netbook-Hersteller auch bis zu einem Jahr nach Erscheinen von Windows 7 (am 22. Oktober) weiterhin das günstige Windows XP Home Edition für Netbooks lizensieren. In Microsofts Interesse dürfte aber liegen, dass auch Netbook-Hersteller möglichst schnell ihre Geräte mit Windows 7 ausliefern. Schließlich kann Microsoft dann auch mehr verdienen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
211906