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Windows 2000 sicherer - dank US-Geheimdienst

18.06.2001 | 12:23 Uhr |

Sie haben Zweifel an der Sicherheit von Windows 2000? Vielleicht besteht dazu bald kein Grund mehr. Niemand anderes als die National Security Agency (NSA), der Abhörgeheimdienst der USA, versucht nämlich das Microsoft Betriebssystem sicherer zu machen und stellt hierzu Dateien zum Download bereit.

Sie haben Zweifel an der Sicherheit von Windows 2000? Vielleicht besteht dazu bald kein Grund mehr. Niemand anderes als die National Security Agency (NSA), der Abhörgeheimdienst der USA, versucht nämlich das Microsoft Betriebssystem sicherer zu machen und stellt hierzu Dateien zum Download bereit, wie "The Register" berichtet.

Unter dem Namen "Windows 2000 Security Recommendation Guides" hat die NSA ein Dateien-Paket mit Templates und Hinweisen herausgebracht, mit denen Benutzer von Windows 2000 in die Lage versetzt werden sollen, einige Sicherheits-Lücken des Systems zu schließen. Die Dateien wurden bereits für kurze Zeit auf der Website der NSA zum Download angeboten. Aufgrund des enormen Ansturms ging aber anscheinend der Download-Server in die Knie, so dass die NSA ihr Angebot wieder zurückziehen musste.

In dieser Woche soll die Website überarbeitet und der Downloadserver stabilisiert werden. Danach sollen die Dateien erneut zum Download bereit gestellt werden. Bis dahin sind sie auf einer Mirror-Seite abrufbar. Die NSA lehnt übrigens für die Dateien ausdrücklich jede Haftung ab.

Die US-Schlapphüte stellen drei Dateigruppen zum Download bereit. Die "Windows 2000 .INF"-Dateien ermöglichen eine Bearbeitung der Einstellungen der Domain-Kontrollen, der Domain Policies und der Server- und Workstations. Außerdem gibt es die "Security Recommendation Guides". Diese liegen im PDF-Format vor und behandeln verschiedene Bereiche wie Gruppenrechte, aktivierte Verzeichnisse, Domain Name Server, Zertifikate, IIS, Router, Kerberos und mehr. Schließlich gibt es noch drei "Supporting Documents", ebenfalls im PDF-Format.

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich die NSA um die Sicherheit der Microsoft-Betriebssysteme "kümmert". Große Aufregung verursachte vor einiger Zeit die Entdeckung, dass in Windows NT, dem Vorgängersystem von Windows 2000, ein NSA-Key implementiert war. Dies wurde vielfach so interpretiert, dass der US-Geheimdienst dadurch versuchte, Zugang zu Rechnern zu bekommen, auf denen Windows NT läuft.

In den letzten Tagen rückte die NSA in Zusammenhang mit dem Echelon-System in den Mittelpunkt des Medieninteresses. Die USA stehen im Verdacht mit Echelon weltweit Wirtschaftsspionage zu betreiben - auch gegen ihre Verbündeten.

Die NSA sorgt sich aber nicht nur um die Sicherheit von Windows 2000, auch Linux liegt ihr am Herzen. So entwickelt "No such Agency", wie die NSA oftmals bezeichnet wird, ein eigenes Linux-System das höchsten Sicherheitsansprüchen genügen soll.

USA stärkt Spionage von Großbritannien aus (PC-WELT Online, 12.06.2001)

PC-WELT Ratgeber: Der NSA-Key: Subtile Rache von Bill Gates?

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