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Windows 10: Gratis-Upgrade weiterhin für diese Nutzergruppe erhältlich

03.08.2016 | 09:39 Uhr |

Nicht alle Nutzer von WIndows 7/8 mussten bis zum 29. Juli auf Windows 10 wechseln, um das neue Betriebssystem gratis zu erhalten. Eine Nutzergruppe erhält deutlich mehr Zeit.

Die Gratis-Upgrade-Frist für Windows 10 ist am Samstagvormittag (gegen 10 Uhr deutscher Zeit) wie geplant abgelaufen. Das Gratis-Upgrade-Angebot gilt aber weiterhin für alle Windows-7- und Windows-8/8.1-Nutzer, die ihr Windows in Verbindung mit einer Hilfstechnologie nutzen (siehe weiter unten in diesem Bericht).  Die genauen Details hierfür hat Microsoft nun mittlerweile auf dieser deutschsprachigen Website veröffentlicht.

Die Kurzzusammenfassung: Besagte Nutzer, die Windows mit einer solchen Hilfstechnologie nutzen, erhalten das Gratis-Upgrade auf Windows 10 weiterhin, wenn Sie auf dieser Microsoft-Website auf den Button "Jetzt Upgrade durchführen" klicken, und dadurch die Datei Windows10Upgrade24074.exe herunterladen. Anschließend muss zur Duchführung des Updates auf Windows 10 nur noch die Datei gestartet werden. Wichtiger Hinweis: Microsoft macht derzeit keinerlei Angaben, bis wann die Upgrade-Frist für diese Nutzergruppe abläuft. Außerdem werden die Nutzer dazu aufgefordert vor dem Upgrade zu überprüfen, ob die genutzte Hilfstechnolgie tatsächlich mit Windows 10 kompatibel ist.

Übrigens: Obwohl Microsoft dieses Angebot speziell für Menschen mit körperlicher Einschränkung anbietet, findet bei dem Upgrade-Prozess keinerlei Kontrolle von eingesetzten Hilftechnologien statt. Das bedeutet, dass das Gratis-Upgrade wohl mit der oben beschriebenen Methode von jedem durchgeführt werden kann. Das Angebot basiert auf dem Vertauen, dass es nicht massiv mißbraucht wird, und ist bisher auch nicht zeitlich begrenzt.

Update, 3. August 2016: Upgrade-Angebot gilt nur für begrenzte Zeit

Laut einem Beitrag eines Moderators im Windows-Reddit will Microsoft in naher Zukunft nicht mehr unkontrolliert die Gratis-Upgrade-Möglichkeit anbieten. Die Rede ist von "Missbrauch des Angebots". Stattdessen sollen Upgrade-willige Anwender, die Windows mit Hilfstechnologien nutzen, künftig das für das Gratis-Upgrade benötigte Tool erst erhalten, wenn sie direkt mit dem Microsoft-Support in Kontakt treten. Bei einer Microsoft-Veranstaltung zum Windows 10 Anniversary Update in München am Dienstag hieß es, dass derzeit noch nicht entschieden worden sei, wie lange das Angebot bestehen bleibe. In Windows 10 sind zahlreiche Hilfsmittel für Nutzer mit Einschränkungen enthalten, die in den Einstellungen über "Erleichterte Bedienung" aktiviert werden können. Dazu zählen etwa die Funktionen "Sprachausgabe", "Bildschirmlupe", "Hoher Kontrast" und "Untertitel für Hörgeschädigte". Menschen, die auf derartige Funktionen für die Nutzung des Rechners angewiesen sind, können derzeit auch weiterhin das Gratis-Upgrade-Angebot auf Windows 10 in Anspruch nehmen.

Sie nutzen Windows 7 oder Windows 8 mit einer Hilfstechnologie? Dann schreiben Sie bitte in einem Kommentar unter diesem Artikel, ob das Gratis-Update auf WIndows 10 tatsächlich geklappt hat.

In diesem Blog-Eintrag hatte Microsoft bereits vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die Frist nicht für Nutzer mit Behinderungen gilt, die Windows mit sogenannten "Assistive Technologies" (Unterstützungstechnologien) nutzen. Seitens Microsoft werde sichergestellt werden, dass diese Nutzergruppe länger ein Gratis-Upgrade auf Windows 10 durchführen kann. Eine Auswahl an Assistive Technology Produkten für Windows findet sich auf dieser Microsoft-Website.

Microsoft-Chef Satya Nadella hatte schon im Dezember 2015 erklärt, dass es zu Microsofts Missionen gehöre, alle Produkte so zu entwickeln, dass sie alle Menschen nutzen können.

Windows 10 Anniversary Update: Verbesserungen bei den Hilfstechnologien

Vor einiger Zeit hatte Microsoft in diesem Blog-Eintrag auch die Neuerungen und Verbesserungen vorgestellt, die mit dem Anniversary Update für Windows 10 für Menschen mit Behinderungen eingeführt werden, welches am 2. August erscheinen wird. Davon profitiert unter anderem der Narrator (Sprachausgabe), dem die Entwickler aufgrund des Feedbacks von Windows-10-Nutzern eine Reihe von Änderungen spendieren.

Verbessert wird dabei unter anderem die Text-zu-Sprache-Funktion und die Anzahl der unterstützen Sprachen wird deutlich erweitert. Neu hinzu kommen etwa Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Holländisch, Türkisch und Portugiesisch. Über neue Einstellungen kann beispielsweise künftig festgelegt werden, ob und wie viele Punkte bei der Aussprache mit vorgelesen werden sollen.

Diverse Kern-Applikationen von Windows 10 erhalten ebenfalls neue Funktionen, die sich an Menschen mit Behinderungen richten. So etwa Mail, Cortana, Groove und Microsoft Edge. Bei Edge kommt etwa die Unterstützung für getaggte PDF-Dokumente hinzu. Außerdem erhalten Entwickler neue Werkzeuge, um ihre Applikationen besser für die Nutzung durch Menschen mit Behinderungen zu gestalten.

In den Einstellungen von Windows 10 finden sich unter "Erleichterte Bedienung" zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, über die Menschen mit Einschränkungen Windows 10 für ihre Bedürfnisse anpassen können. Das umfasst Funktionen für Sprachausgabe, die Bildschirmlupe, hohen Kontast, Untertitel für Hörgeschädigte, Tastatur und Maus.

Gratis-Upgrade bis 29. Juli : Jeder Dritte wollte Windows 10 nicht mal geschenkt

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