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WinHEC: Palladium soll Windows Longhorn sicherer machen

27.04.2005 | 14:31 Uhr |

Auf der Hardware-Konferenz WinHEC gab Microsoft weitere Details zur Integration der viel kritisierten Trusted Computing Platform (TCP) in Windows Longhorn bekannt.

Microsoft-Gründer Bill Gates sprach in einem Vortrag auf der Entwickler-Konferenz WinHEC (Windows Hardware Engineering Conference) unter anderem darüber, wie die kommende Windows-Version "Longhorn" mit Hilfe eines Sicherheits-Chips sicherer werden soll. Dabei ging es um eine Technologie, die schon lange unter Namen wie "Palladium" oder "Trusted Computing Platform" in der Diskussion ist und zwischenzeitlich in "Next Generation Secure Computing Base" (NGSCB) umbenannt wurde.

Gates stellte die Nutzung dieser Technologie zum Schutz vor böswilliger Software in den Vordergrund. Auf die Aspekte DRM (Digital Rights Management) und Schutz der Privatsphäre der Anwender vor Missbrauch ging er nicht näher ein. Diese Aspekte sorgen seit Jahren für heftige Diskussionen und Kritik. Insbesondere kleinere Software-Entwickler befürchten zudem, dass ihre Programme auf einem PC mit NGSCB nicht mehr eingesetzt werden können, da sie sich eine Zertifizierung nicht leisten können ( wir berichteten ).

Der Schutz zukünftiger Windows-PCs soll nach den Vorstellungen von Microsoft durch einen Mechanismus verbessert werden, der als "Secure Startup" vorgestellt wurde. Die Startpartition des PCs soll verschlüsselt werden und ein Boot-Manager vor dem Hochfahren von Windows die Systemintegrität überprüfen. Damit soll verhindert werden, dass Unbefugte mit Hilfe einer Boot-CD Zugriff auf die Daten der Systempartition erlangen. Ferner soll vermieden werden, dass Viren und andere Schädlinge unbemerkt das Betriebssystem manipulieren.

Der Vorteil einer auf Hardware basierenden Sicherheitslösung liegt auf der Hand: Sie ist weniger leicht auszuhebeln als eine reine Software-Lösung. Microsoft betont, dass man nur die Sicherheit der Benutzer im Auge habe. Es sei nicht vorgesehen, die Anwender in der Nutzung des Computers einzuschränken. Sollte dies letztlich so kommen, bliebe von den ursprünglich verkündeten Plänen mit NGSCB nicht mehr viel übrig. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob andere Software-Hersteller und Rechteinhaber digitaler Inhalte (etwa Musik- oder Filmindustrie) der Versuchung widerstehen werden, sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz oder unangemessene Kontrolle über die Nutzung von Software und Inhalten zu verschaffen.

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