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WinHEC 2006: Microsofts XPS vs. Adobes PDF?

25.05.2006 | 03:15 Uhr |

Wenn es um den Austausch von Dokumenten geht, ist PDF das gängigste Format. Mit Windows Vista und Office führt Microsoft ein eigenes Format ein. Das XML-basierte XPS. Das Format, so Microsoft, soll aber keinesfalls eine Konkurrenz zu PDF darstellen.

Microsoft nutzt die WinHEC in Seattle, um den Besuchern das Dokumentenformat XPS ( XML Paper Specification ) vorzustellen. Dokumente, die in diesem vollkommen offenen Format abgespeichert werden, sehen auf jedem anderen PC, auf dem sie angeschaut werden, wie vom Verfasser gewünscht aus. Das Format ist XML-basiert und Dokumente werden im Endeffekt als Zip-Datei gespeichert, die neben dem eigentlichen Inhalt des Dokuments auch die Informationen für das Layout enthalten. Die Verfasser können außerdem festlegen, was die Empfänger eines Dokuments damit anfangen können. So kann beispielsweise das Betrachten und Weiterleiten erlaubt, das Ausdrucken und Verändern aber untersagt werden.

Sowohl in Windows Vista Beta 2 als auch in Office 2007 Beta 2 ist die Unterstützung von XPS bereits enthalten. Jede Anwendung kann ein Dokument als XPS abspeichern, in dem einfach das Drucken der Datei auf das Schreiben einer XPS auf die Festplatte umgeleitet wird. Die Drucken-Funktion generiert also die XPS-Datei. Als Viewer für XPS-Dokumente kommt der Internet Explorer 7 zum Einsatz. Wird ein XPS-Dokument im Internet Explorer geöffnet, dann kann innerhalb des Dokuments gesucht oder die Ansicht gezoomt werden. Immerhin: Selbst wenn man ganz nah hineinzoomt, erscheint die Schrift in hervorragender Qualität.

Natürlich stellt sich die Frage, wieso die Welt XPS braucht, wenn es doch Adobes PDF gibt. Microsofts Antwort auf diese Frage: Es gibt eine Schnittmenge zwischen dem, was XPS kann und dem was PDF kann. Allerdings sei PDF um einiges „fetter“ und würde auch beispielsweise für Formulare verwendet. Das Einsatzgebiet von XPS sei dagegen enger gesteckt. Man wolle, so beteuerte Microsoft auf der WinHEC, keinesfalls mit XPS in Konkurrenz zu PDF treten.

Unter Windows XP und Windows Server 2003 ist die Installation der „WinFX Runtime Components“ erforderlich, die seit kurzem in der Beta 2 zum Download bereitstehen. Anschließend werden Dateien mit der Endung „.xps“ über den Internet Explorer 6 (oder höher) geöffnet und dargestellt. XPS-Beispieldokumente bietet Microsoft übrigens auf dieser Seite zum Download an.

Download: WinFX Runtime Components Beta 2

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