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Will Microsoft mit Standort-Schließungen unliebsame Betriebsräte loswerden?

13.11.2013 | 17:06 Uhr |

Microsoft will drei deutsche Standorte in Bad Homburg, Böblingen und Hamburg schließen und die 500 Beschäftigten ins HomeOffice auslagern. Mitarbeiter werfen dem Redmonder Konzern vor, damit unliebsame Betriebsräte loswerden zu wollen.

Rund 500 der insgesamt in Deutschland beschäftigten Microsoft-Mitarbeiter sollen durch Standort-Schließungen in Böblingen, Hamburg und Bad Homburg ins HomeOffice ausgelagert werden. Laut einer Unternehmenssprecherin, würde diese Maßnahme bei den Mitarbeitern eine bessere Work-Life-Balance ermöglichen.

Dass die geplanten Umstrukturierungen nur im Sinne der Beschäftigten sind, bezweifeln einige Mitarbeiter jedoch. Die Kritiker werfen Microsoft vor, mit den Standort-Schließungen unbequeme Betriebsräte loswerden zu wollen. Wie ein Mitarbeiter gegenüber Spiegel Online erklärt, verstoße der Windows-Entwickler bereits seit Jahren gegen geltendes Arbeitsrecht. Aufgrund von ehrgeizigen Zielvorgaben würden zahlreiche Mitarbeiter durch Überstunden, die sie weder abrechnen noch abfeiern können, rund 50 bis 60 Stunden in der Woche arbeiten.

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Um diesen Umstand zu ändern, wurde in diesem Jahr vom Betriebsrat in Bad Homburg ein Arbeitszeitregelungsentwurf eingebracht. Als Reaktion auf den Vorschlag, gab Microsoft kurzerhand die Schließung der drei deutschen Standorte bekannt. Dass die Schließung mit dem Entwurf in Zusammenhang steht, weist Unternehmenssprecher Thomas Mickeleit gegenüber Spiegel Online zurück. Es gehe lediglich darum, den Mitarbeitern flexiblere Arbeitszeiten zu ermöglichen. Mit dem Vertrauensarbeitszeit-Modell seien die Beschäftigten „sehr zufrieden“.

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