13.02.2007, 17:25

Hans-Christian Dirscherl

Wikipedia vor dem Aus wegen Geldmangels: Nur ein wildes Gerücht

Geht Wikimedia bald das Geld aus? Könnte das kostenlose Online-Lexikon dann verschwinden oder in die Hände kommerzieller Betreiber geraten? Derzeit kursieren im Internet Berichte, die genau das diskutieren. Angeblich habe eine Führungsperson von Wikimedia von einer möglichen Schließung von Wikipedia gesprochen. Bei Wikimedia Deutschland hält man das aber für übertrieben und aus dem Zusammenhang gerissen. Vermutlich wurde die Wikimedia-Verantwortliche falsch zitiert.

Florence Devouard ist Mitglied im Board of Trustees der Wikimedia Foundation, dem gemeinnützigen Verein, der unter anderem Wikipedia.org betreibt. Das Board ist die oberste Entscheider-Ebene der Wikimedia-Foundation und überwacht unter anderem die Verwendung der Spenden an Wikimedia. Dem Board gehört auch Jimmy Wales, der Gründer des Online-Lexikons Wikipedia an.

Diverse Online-Medien und Weblogs zitieren nun die 38-jährige Französin Florence Devouard mit Worten, die Freunden der kostenlosen Online-Enzyklopädie Wikipedia das Blut in den Adern gefrieren lassen: "Wenn wir nicht zusätzliche Spender auftreiben können, ist es nicht unmöglich, dass Wikipedia verschwindet", schreibt beispielsweise der österreichische "Der Standard". Und legt noch mit der gruseligen Ankündigung nach, dass "die finanziellen Mittel der Community-Webseite noch für weitere drei bis vier Monate reichen, bevor man den Betrieb aus Geldmangel einstellen müsse".
Wikimedia finanziert sich bekanntlich über Spenden, von Zeit zu Zeit gibt es einen größeren Spendenaufruf, um die Nutzer von Wikipedia und der zahlreichen anderen Gratis-Angebote von Wikimedia an diese Finanzierungsbasis zu erinnern.
Was aber steckt jetzt hinter diesen konkreten Befürchtungen? Ist der Spendenfluss versiegt und droht Wikipedia.org tatsächlich die Schließung beziehungsweise könnte es sein, dass man neue Financiers für die Wikimedia-Projekte finden müsste? Kaufkräftige Unternehmen wie Google oder Microsoft würden vermutlich sofort zuschlagen, um die renommierte Wikipedia in ihre Hände zu bekommen.
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