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Wikipedia.de: Eins.de fühlt sich gemobbt

18.04.2007 | 08:40 Uhr |

Werbung oder Nicht-Werbung – das ist die Frage. Beim Wikipedia.de-Artikel zur Städte-Community eins.de. Denn die Administratoren der bekannten Online-Enzyklopädie haben mehrere Versuche zunichte gemacht, für eins.de einen Artikel auf Wikipedia.de anzulegen. Die Verantwortlichen der eins.de GmbH sprechen deshalb von "willkürlicher Zensur und grenzenloser Selbstherrlichkeit" und planen ein "Netzwerk der Wikipedia-Geschädigten".

Eins.de versteht sich als "Dachmarke der deutsche Stadtportale im Internet". Das Unternehmen möchte auf Wikipedia.de vertreten sein. Doch jeder Versuch, für eins.de einen Eintrag in der Online-Enzyklopädie anzulegen, wurde innerhalb kurzer Zeit zunichte gemacht. Weil der Artikel zu werblich gehalten sei und den Qualitätsanforderungen der Wikipedia-Community nicht genügen würde, wie das Fazit von Wikipedia lautete.

Die eins.de GmbH aus Wiesbaden sieht das aber ganz anders. "Willkürliche Zensur und grenzenlose Selbstherrlichkeit" wirft die Geschäftsführung der eins.de GmbH, der Online-Enzyklopädie Wikipedia vor. Immerhin würde eins.de 47 Städte mit 17 Millionen Einwohnern im Internet vertreten. Andere - nach Ansicht von eins.de - kleinere Communites seien von Wikipedia.de durchaus erfasst, warum also nicht auch eins.de?

In der Tat findet man einige andere - durchaus kommerzielle - Communitysites wie lokalisten.de, studiVZ und MySpace in Wikipedia. Allerdings gab es beispielsweise auch um den Eintrag zu lokalisten.de eine Diskussion unter den Wikipedianern darüber, ob man diesen Eintrag ebenfalls sperren sollte. Dies wurde schließlich abgelehnt mit der Begründung, dass bei diesem Artikel eine gewisse Relevanz gegeben sei . Ähnlich verhält es sich mit dem Eintrag zu studiVZ .

Eins.de wirft Wikipedia zudem vor, keine fachliche Begründung für die wiederholten Löschungen abgegeben zu haben. Das stimmt so aber nicht, auf der Wikipedia-Diskussionsseite zu eins.de werden die Gründe für die Löschung durchaus genannt (siehe folgende Seite).

Eins.de-Geschäftsführer Dirk Lehmann jedenfalls ist stinksauer: "Wir wissen, dass wir nur ein Beispiel unter ganz vielen sind, die von Wikipedia derart schäbig behandelt werden. Die meisten scheuen jedoch die öffentliche Beschwerde, weil sie Angst haben, damit ihre letzte Chance für die Aufnahme in Wikipedia zu vertun. Aber wir sind nicht bereit, uns diese aufgeplusterte Selbstherrlichkeit der Lexikon-Macher sang- und klanglos gefallen zu lassen." Und Lehmann legt nach: "Wikipedia hüllt sich gerne in das Deckmäntelchen der Unabhängigkeit und der Objektivität ein und verweist bei Nachfragen auf die Selbstkontrolle durch die Nutzer. Dabei wird die beinahe übermächtige Rolle der internen Wikipedia-Macher als oberste Zensurstelle verschwiegen oder zumindest verharmlost."

Eins.de will sich das Vorgehen von Wikipedia.de jedenfalls nicht gefallen lassen und sucht deshalb Verbündete im Kampf gegen die Online-Enzyklopädie. Andere betroffene Firmen hätten sich eins.de zufolge bereits bei dem Wiesbadener Unternehmen gemeldet. Ein "Netzwerk der Wikipedia-Geschädigten ist bereits in Planung", wie Sascha Kircher von der Pressestelle von eins.de gegenüber der PC-WELT erklärte.

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