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Wikimedia kritisiert Recht auf Vergessen

06.08.2014 | 17:33 Uhr |

Im Rahmen des Rechts auf Rechts auf Vergessen, werden bei Google auch Links zur Online-Enzyklopädie Wikipedia gelöscht. Wikimedia kritisiert dieses Vorgehen.

Um die Privatsphäre von Internet-Nutzern zu schützen, verabschiedete der Europäische Gerichtshof (EuGH) Mitte Mai ein wichtiges Urteil – das so genannte Recht auf Vergessen . Es berechtigt Internet-Nutzer dazu, bei Suchmaschinen wie Google die Löschung von Sucheinträgen zu beantragen, sofern, diese ihre Persönlichkeitsrechte verletzen. Ende Juni hat Google damit begonnen, die eingegangenen Löschanträge zu bearbeiten und Suchergebnisse aus seinen Übersichtsseiten zu entfernen.

Wie diese Woche bekannt wurde, ist mittlerweile auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia vom Recht auf Vergessen betroffen. Laut Wikimedia-Chefin Lili Tretikov seien bislang mehr als 50 Links, überwiegend aus der niederländischen Wikipedia-Ausgabe, aus den Google-Ergebnissen entfernt worden.

Google gründet einen Lösch-Beirat

Tretikov schießt scharf gegen das EuGH-Urteil und bezeichnet das Recht auf Vergessen als „erzwungene Zensur“. Mit der Löschung von Links würde das Recht, „Informationen zu suchen, zu empfangen und weiterzuvermitteln“ verletzt. Die Wikimedia Foundation will mit Transparenz gegen die Löschungen vorgehen. So veröffentlicht die Organisation auf einer speziellen Website Details zu den entfernten Sucheinträgen.

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