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Wikileaks veröffentlicht geheime Sony-Dokumente

17.04.2015 | 10:31 Uhr |

Wikileaks hat tausende Mails und Dokumente veröffentlicht, die Hacker Ende 2014 von Sony Pictures Entertainment gestohlen hatten.

Hacker hatten Ende 2014 die Server von Sony Pictures Entertainment attackiert und dabei geheime Dokumente und Mails gestohlen. Die gestohlenen Inhalte hat Wikileaks nun in einer durchsuchbaren Datenbank und dem Titel "The Sony Archive" veröffentlicht. Konkret sind somit 173.132 Mails und 30.287 Dokumente öffentlich zugänglich. Sony verurteilt in einer ersten Reaktion die Veröffentlichung der Daten, weil dadurch die gestohlenen, teils privaten Mails seiner Mitarbeiter und geheime Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Die Hacker selbst hatten bereits im November 2014 die gestohlenen Sony-Daten über Online-Tauschbörsen und Bittorrent verbreitet. Die Daten haben einen Umfang von mehreren Gigabyte.

Wikileaks-Chef Julian Assange schreibt in einer Mitteilung, die Veröffentlichung der Daten erlaube nun einen Blick hinter die Kulissen eines einflussreichen, multinationalen Unternehmens, das Verbindungen bis hin zum Weißen Haus pflege. Immerhin seien über 100 Regierungs-Mail-Adressen im Archiv zu finden. Sony habe einen direkten Einfluss auf Gesetze und die US-Politik und auch Verbindungen zum US-Militär.

Das Archiv mit den Sony-Daten sei deshalb, so Assange, "berichtenswert" und stehe "im Zentrum eines geopolitischen Konflikts". Gemeint ist damit der Streit der USA mit Nordkorea nach der Hacker-Attacke auf Sony. Die US-Regierung hatte Nordkorea für die Attacke verantwortlich gemacht, angeblich in Reaktion auf den Nordkorea-kritischen Film "The Interview". Assange ist daher der Ansicht, dass das "Sony Archiv" in den öffentlichen Besitz gehöre. "Wikileaks wird sicherstellen, dass dies so bleibt", so Assange.

Hervorgehoben werden in der Wikileaks-Mitteilung unter anderem Mails, die belegen sollen, dass Sony Pictures Entertainment mit Tricks die gesetzlich zulässige Spendenhöhe für die Demokratische Partei in den USA umgangen habe. Andere Mails würden Sonys Unterstützung des US-Militärs und des US-Geheimdienstes NSA belegen. Außerdem wird auf Mails verwiesen, die beweisen sollen, dass Sony andere, konkurrierende Filmstudios ausspioniere. Eine der Mails im Archiv enthält beispielsweise die detaillierte Auflistung der Produktionskosten des Oliver-Stone-Films "Snowden".

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