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Apple bekämpfte China-Plagiate mit Viagra-Experten

31.08.2011 | 11:24 Uhr |

Ein auf Wikileaks veröffentlichtes Dokument belegt, wie spät Apple begann, die in China hergestellten Plagiate von Apple-Produkten zu bekämpfen. In den Anfängen kamen Viagra-Experten zum Einsatz.

Auf Wikileaks ist ein Dokument veröffentlicht worden, das die Anstrengungen von Apple in der Bekämpfung von Produktpiraterie beleuchtet. Laut dem Dokument hatte Apple bis im März 2008 weltweit kein Sicherheitsteam. In China wurden erst zu dieser Zeit Experten des Viagra-Herstellers Pfizer engagiert, um gegen die Produktpiraterie in China zu bekämpfen.

Der Inhalt des auf Wikileaks veröffentlichten Dokuments stammt von der US-Botschaft in Peking. In dem Dokument heißt es, dass Apple bis 2008 keinerlei Handelsmarken in China oder Hong Kong registriert hatte, um seine Produkte zu schützen. Das änderte sich erst ab September 2008, als eine Führungskraft von Pfizer zu Apple wechselte.

Apple war in China lange Zeit ein unbekanntes Unternehmen. Erst mit der Einführung des iPods im Jahre 2001 wurde man in China auf das US-Unternehmen aufmerksam und es wurde mit der Produktion gefälschter Apple-Produkte begonnen. Im Jahre 2008 wurden allein in der Provinz Guangdong so viele gefälschte Apple-Produkte hergestellt, dass mit diesen Produkten die ganze Welt hätte versorgt werden können.

Als Apple das Problem schließlich im Jahre 2008 erkannte, wurden ein Team von Pfizer angeheuert, dass sich in China und dem Rest Asiens jahrelang um die Bekämpfung von Viagra-Fälschungen gekümmert hatte. Dazu gehörte auch Don Shruan, der nach seinem Weggang bei Pfizer bei Apple als Senior Director of Security for Asia Pacific eine Strategie gegen Produktfälschungen entwickeln sollte. In einem ersten Schritt widmete sich Shruan der Bekämpfung von Produktfälschern in den eigenen Reihen: Apples Vertragshersteller in China stellten gefälschte Produkte quasi in "Extra-Schichten" her.

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