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Gibt Skype Nutzerdaten an private Sicherheitsfirmen weiter?

13.11.2012 | 05:44 Uhr |

Der VoIP-Dienst soll vertrauliche Nutzerdaten von mutmaßlichen WikiLeaks-Unterstützern ohne Durchsuchungsbefehl an eine private Sicherheitsfirma weitergegeben haben.

Skype geriet bereits im Juli in die Kritik von Datenschützern, indem sich das Unternehmen weigerte, Auskunft darüber zu erteilen, ob Skype-Gespräche abgehört werden können. Nun sorgt der VoIP-Dienst erneut für Schlagzeilen.

Das Unternehmen soll private Nutzerdaten von mutmaßlichen Pro-WikiLeaks-Aktivisten ohne entsprechenden Durchsuchungsbefehl an eine private Sicherheitsfirma weitergegeben haben. Die brisanten Details deckte der niederländische Enthüllungsjournalist Brenno de Winter in einer aktuellen Reportage auf, die auf NU.nl veröffentlicht wurde. Aus einem internen Polizeibericht will de Winter erfahren haben, dass PayPal Aktivisten verfolgt, die in Zusammenhang mit den Hacktivisten von Anonymous stehen. Der Online-Bezahldienstleister war ins Anonymous-Visier geraten, nachdem Paypal im Dezember 2010 das Spenden-Konto der Enthüllungsplattform WikiLeaks gesperrt hatte.

Als Teil der Ermittlungen hat PayPal den Angaben zufolge die private Sicherheitsfirma iSight beauftragt, die Verantwortlichen für den PayPal-Hack aufzuspüren. Der niederländischen iSight-Zentrale sei es gelungen, mehrere Verdächtig zu finden, darunter auch einen 16-jährigen Jugendlichen, der online unter einem Pseudonym auftritt. Laut Joep Gommers, dem niederländischen Director of Global Research bei iSight, habe das Unternehmen Skype kontaktiert und die Account-Daten des Teenagers verlangt. Skype habe umgehend auf die Forderung reagiert und ohne entsprechenden Durchsuchungsbefehl den Usernamen, den Klarnamen, die Email-Adresse, die Anschrift sowie Kontodaten an die Sicherheitsfirma ausgehändigt.

Die Spionagetricks der Ermittler in Deutschland

Ein für viele Experten nicht nachvollziehbares Verhalten, da Skype in seinen Sicherheitsrichtlinien betont, dass private Daten nur unter Vorlage eines Gerichtsbeschlusses an Behörden herausgegeben würden. Skype bezog heute schließlich Stellung. Laut dem Unternehmen habe man eine interne Ermittlung eingeleitet, die den Sachverhalt prüfen soll. Mit privaten Sicherheitsfirmen kooperiere Skype eigenen Aussagen zufolge lediglich im Fall von Spam und Malware. Ein Fehler wie im vorliegenden Fall werde nicht wieder vorkommen.

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