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WikiLeaks: Ecuador kappt Internetzugang von Julian Assange

18.10.2016 | 15:31 Uhr |

Kurz nach der Veröffentlichung von Hillary Clintons Reden auf WikiLeaks sei Julian Assange angeblich der Internetzugang gekappt worden.

Am vergangenen Wochenende veröffentlichte die Enthüllungsplattform WikiLeaks mit den so genannten „Podesta E-Mails“ neue Geheimdokumente. Der Release blieb für WikiLeaks-Gründer Julian Assange jedoch nicht ohne Folgen. Kurz nach der Veröffentlichung der Dokumente sei Assanges Internetzugang in der ecuadorianischen Botschaft in London gekappt worden, bestätigte WikiLeaks gestern über den Micro-Blogging-Dienst Twitter . Assange und WikiLeaks machen dafür die ecuadorianische Staatspartei verantwortlich. Eine Stellungnahme von Guillaume Long, dem ecuadorianischen Außenminister, gibt es bislang noch nicht.

Julian Assange lebt seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Das Land hat ihm politisches Asyl gewährt und will Assange den Angaben zufolge auch weiterhin vor einer Auslieferung an Schweden schützen. Dort wird der 45-Jährige wegen Vergewaltigung gesucht. Assange befürchtet, Schweden werde ihn wiederum an die USA ausliefern, wo ihm wegen Geheimnisverrats der Prozess gemacht werden könnte.

Bei den umstrittenen „Podesta E-Mails“ handelt es sich um Transkripte von John Podesta, dem Wahlkampfleiter der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Sie wurden den Mutmaßungen zufolge von russischen Hackern im Rahmen eines Angriffs entwendet.

Die Transkripte beinhalten mehrere Reden, die Clinton vor den Investment-Bänkern von Goldman Sachs gehalten hatte. Die Dokumente wurden von Clintons Wahlkampf-Team lange zurückgehalten. Die Demokraten befürchten, die Reden könnten liberale Wähler zu der Annahme bringen, Clinton gehe mit der Wall Street auf Kuschelkurs.

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