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Wie hoch ist die Gefahr durch Mobilschädlinge wirklich?

07.06.2013 | 15:35 Uhr |

Ein Sicherheitsunternehmen hat in ausgewählten Ländern, darunter Deutschland, untersucht, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Smartphone mit Malware infiziert wird. Das höchste Risiko geht von Adware aus, dahinter folgen Trojanische Pferde.

Malware verseucht nicht nur Windows-Rechner, auch Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs sind einen zunehmenden Infektionsrisiko ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Geräte mit Googles Android-Betriebssystem. Durch den großen Marktanteil und die relativ schwache Absicherung dieses Systems konzentrieren Online-Kriminelle ihre Angriffe auf Android-Geräte.

Das Sicherheits-Unternehmen Lookout, spezialisiert auf Sicherheits-Software für Mobilgeräte, hat für einigen Länder untersucht, wie hoch das Infektionsrisiko der Android-Geräte ist. Lookout hat die Analyse seiner Daten für Januar bis Mai 2013 exemplarisch für Deutschland, Großbritannien, die USA, Indien und Japan durchgeführt.

In allen fünf Ländern ist Adware die häufigste Bedrohung. Adware operiert oft in einer Grauzone unklarer Definitionen. Adware sammelt Daten über ein Gerät sowie dessen Benutzer und zeigt Werbung an. Im Mittel beträgt das Infektionsrisiko bei Adware 1,6 Prozent, in Deutschland 1,2 Prozent. In allen fünf Ländern folgen Trojanische Pferde auf dem zweiten Platz, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion beträgt im Durchschnitt 0,53 Prozent, in Deutschland 0,78 Prozent.

Bedrohungswahrscheinlichkeit nach Land und Malware-Typ
Vergrößern Bedrohungswahrscheinlichkeit nach Land und Malware-Typ
© Lookout

Damit ist der Anteil Trojanischer Pferde am Malware-Mix in Deutschland besonders hoch. Nur in Indien liegt er auf ähnlichem Niveau. Dort ist allerdings auch das Gesamtrisiko einer Malware-Infektion deutlich höher als anderswo. Die von Lookout so genannte "Bedrohungswahrscheinlichkeit" liegt in Indien bei 5,49 Prozent, in Japan dagegen nur bei 0,78 Prozent. Zwischen diesen Extremen liegen Deutschland (2,37%) Großbritannien (2,16%) und die USA (1,66%).

Anders ausgedrückt werden demnach in Deutschland 24 von 1000 Mobilgeräten irgendwann mit Malware infiziert. Das klingt erstmal nach wenig Risiko für den Einzelnen, doch angesichts vieler Millionen Smartphones und Tablet-PCs weltweit ist mobile Malware kein Randphänomen mehr. Immer mehr Menschen verlagern ihre Online-Aktivitäten vom PC oder Notebook auf ihr Smartphone. Spätestens wenn es dabei auch um Online-Banking und -Shopping geht, wird klar, dass sich hier ein lukratives Betätigungsfeld für Kriminelle entwickelt hat, das kräftig weiter wachsen wird.

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