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Wie man seinem Arbeitgeber souverän kündigt

04.09.2007 | 16:30 Uhr |

Wenn man als Arbeitnehmer selbst kündigt, weil man genug gesehen oder etwas Besseres gefunden hat, ist man in der Regel nicht gleich aus dem Unternehmen verschwunden. Das eigene Verhalten in den Wochen zwischen der Kündigung und dem Abgang will daher wohl überlegt sein.

Nach Jahren der Dürre auf dem Stellenmarkt für IT-Fachkräfte hat sich das Blatt gewendet: Seit einigen Quartalen beschwert sich der Branchenverband Bitkom wieder regelmäßig über den Fachkräftemangel, Unternehmen fordern einen erleichterten Zuzug von ausländischen IT-Experten, und die Honorare für Freiberufler steigen dank der Nachfrage wieder. Für (relativ junge) Angestellte sind das gute Nachrichten, denn sollte sich die Entwicklung fortsetzen, steigen ihre Chancen, den Job zu wechseln und dabei einen guten Schnitt zu machen. Eine berufliche Veränderung kann drei signifikante Vorteile mit sich bringen: Mehr Geld, neue Perspektiven und das vorläufige Ende der Beziehung zum Ex-Arbeitgeber.

Schluss machen kostet Überwindung, doch vielfach rechnet sich der Return on Investment, wie man in der IT-Branche so schön sagt. Allerdings ist es nicht damit getan, dem Chef einen Brief auf den Tisch zu knallen und die Kündigung mit einigen markanten Worten zu garnieren, die man schon immer mal gesagt haben wollte – Tenor: "Du mich auch!" Überhaupt sind einige Regeln zu befolgen, wenn man seinen Abgang stilvoll und professionell erledigen möchte, denn allzu oft wird in derartig emotionalen Momenten das erste Gesetz von Deutschlands kleiner IT-Branche vergessen: "Man sieht sich immer zweimal." Wer das Fortissimo bevorzugt, sollte sich einfach nicht an die folgenden Regeln halten – manchmal führt eben kein Weg am Konflikt vorbei, und das ist auch gut so.

1. Wollen Sie wirklich gehen, oder doch lieber (unter veränderten Rahmenbedingungen) im Unternehmen bleiben? Diese Frage sollten Sie sich ernsthaft überlegen, bevor Sie die offizielle Kündigung auf den Tisch legen. Ein Gegenangebot des Chefs – beispielsweise zehn Prozent mehr Gehalt oder eine bessere Position – kann die Entscheidung immer beeinflussen. Darauf zu spekulieren, ist allerdings eine Gratwanderung: Erstens sieht der Chef schwarz auf weiß, dass Sie keine Loyalität mehr zum Unternehmen verspüren; zweitens sollten Sie ein reales Angebot in der Tasche haben (oder ausgesprochen gut pokern können); und drittens kann es durchaus sein, dass man Ihnen einfach kein Gegenangebot macht, weil Sie Ihr Preis-Leistungsverhältnis falsch eingeschätzt haben.

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