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Wie abhörsicher ist Skype?

20.02.2006 | 16:10 Uhr |

Erfolgreiche Lauschangriffe auf Skype-Telefonate sind nur bedingt möglich.

Skype bietet die Möglichkeit kostenloser Gespräche über das Internet mit anderen Skype-Anwendern. Die dabei übertragenen Daten werden, im Gegensatz zu ähnlichen Diensten anderer Anbieter, auf ihrem Weg durch das Internet verschlüsselt übertragen. Nach Ansicht von Kryptografie-Fachleuten können diese Gespäche nicht belauscht werden, da der dazu nötige Rechenaufwand viel zu groß ist.

Nach Angabe des Skype-Herstellers, der im letzten Jahr von Ebay übernommen wurde, verwendet Skype eine 256-Bit-Verschüsselung mit dem AES-Algorithmus. Details zum Übertragungsprotokoll und zur Implementierung der Verschlüsselung veröffentlichen die Entwickler jedoch nicht. Sie geben an, dass es keine Hintertüren für Behörden gebe, man befolge jedoch alle gesetzlichen Vorgaben.

Selbst mit den Computer-Kapazitäten, die US-amerikanischen Geheimdiensten zur Verfügung stehen sollen, ist eine routinemäßige Entschlüsselung von Skype-Gesprächen derzeit nicht machbar. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Skype-Benutzer mit einem Festnetz-Teilnehmer telefoniert. An der Schnittstelle zum Telefonnetz müssen die Gesprächsdaten entschlüsselt werden und können dann abgehört werden.

Allerdings ist es ganz unabhängig von einer Verschlüsselung möglich, Quelle und Ziel eines Skype-Gesprächs festzustellen. Wenn also etwa ein Verdächtiger jemanden über Skype anruft, kann die Kontaktperson ermittelt werden. Der Inhalt des Gesprächs bleibt den Ermittlern jedoch verschlossen.

"Krypto-Papst" Bruce Schneier meint, selbst wenn die Verschlüsselung von Skype schwächer sein sollte als vom Hersteller behauptet, wäre die den Geheimdiensten nachgesagte automatische Suche nach bestimmten Stichwörtern bei angeblich drei bis vier Millionen Skype-Benutzern, die zu jedem Zeitpunkt online sind, völlig unrealistisch.

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