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Wie Unternehmen nach Domainwechseln von Google abhängig werden

13.03.2007 | 13:24 Uhr |

Nach dem Umzug einer Website auf eine neue Domain dauert es meist sehr lange, bis die Suchmaschinen die neue Adresse in ihre Trefferlisten aufnehmen - für marktführende Unternehmen häufig zu lange.

Jüngst so geschehen beim amerikanischen News-Anbieter Topix.net : Um künftig unter der populäreren Adress-Endung .com erreichbar zu sein, kaufte das Unternehmen einer kanadischen Firma die Domain topix.com für eine Million Dollar ab. Dennoch tauchte die neue Webadresse wochenlang nicht in den Google-Trefferlisten auf – würde Topix seine Seite nicht auch noch unter topix.net betreiben, wären mehr als die Hälfte der Besucher, die täglich über Suchmaschinen auf das Angebot stoßen, vielleicht ausgeblieben. Dieser Rückgang hätte laut Topix-Chef Rich Skrenta auch automatisch herbe Einbußen bei den Werbeeinahmen über die Website bedeutet: "Nur weil die Algorithmen der Suchmaschinen, allen voran Google, nicht richtig arbeiten, brechen die Umsätze bei vielen Firmen rapide ein".

Mit dieser Meinung ist er nicht allein: Seitdem immer mehr Kunden auf Suchmaschinen im Allgemeinen und das Quasi-Monopol Google im Besonderen als Ausgangspunkt für die Informationssuche setzen, sind Unternehmen auf "Podiumsplätze" in den Trefferlisten angewiesen. Nach einer aktuellen Studie von JupiterResearch klickt nur jeder zehnte Anwender noch Webseiten an, die nicht auf den vordersten drei Rängen stehen. HomeStars , ein kanadisches Bewertungsportal für Dienstleistungen und Ausstattungszubehör rund um Haus und Garten, musste dies schmerzlich erfahren: Nach Änderung seiner Domain von HomeDirection.ca auf HomeStars.ca vor gut zwei Jahren blieben dem Betreiber ein halbes Jahr lang rund 60 Prozent der Besucher aus. Grund: Google hatte die neue Adresse noch nicht indexiert. HomeStars hatte zwar eine Weiterleitung unter der alten Adresse hinterlegt, Suchmaschinen ignorieren derartige Quellcodes aber, um zu verhindern, dass ihre Trefferliste ein falsches Bild ergibt. Einige Domain-Neubesitzer leiten nämlich mittels dieser Technik populäre Adressen auf irrelevante Sites um, um vom vormals hohen Traffic zu profitieren.

Die unvorhersehbaren Änderungen in den Ergebnislisten von Suchmaschinen sind oft auf die häufige Umprogrammierung ihrer Algorithmen zurückzuführen. Google beispielsweise ändert seine Indexierungstechniken regelmäßig, um eine unrechtmäßige Höherstufung bestimmter Sites durch deren Betreiber zu verhindern. Google-Entwickler Matt Cutts empfiehlt Unternehmen, die ihre Seite auf eine neue Domain umziehen, Google-Ingenieure direkt zu benachrichtigen, um das Problem einer zwischenzeitlich unauffindbaren neuen Seite zu verhindern. "Trotzdem können wir nichts versprechen. Auch wenn sie heute noch die Nummer eins sind, können sie sie morgen schon nicht mehr sein", so Cutts. Empfehlenswert ist es daher, zunächst nur Teile der alten Seite auf eine neue Domain umzuziehen und die Suchmaschinenergebnisse zu beobachten. Nach einer Übergangszeit von mehreren Monaten kann dann meist problemlos komplett umgestellt werden. (sh)

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