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Widerruf: Rücknahme bei Selbstabholern

30.06.2005 | 11:41 Uhr |

Sie kaufen sperrige Ware über Ebay und holen den Gegenstand selber beim Anbieter ab. Wer kommt für die Rückgabekosten im Falle eines Widerrufs auf?

Bei Fernabsatzgeschäften zwischen Verbrauchern und gewerblichen Anbietern - beispielsweise bei Ebay - hat der Käufer ein Widerrufsrecht von zwei Wochen. Nutzt er es, muss er die Ware zurücksenden.

Ist der Gegenstand für einen Paketversand zu groß, muss er den Verkäufer zur Rücknahme auffordern. Dieser muss ein Transportunternehmen beauftragen, um die Ware zurückzuholen. Die Rücknahmekosten muss er tragen, wenn der Kaufpreis der zurückgeschickten Ware über 40 Euro liegt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Verkäufer eigene Produkte oder beispielsweise als Ebay-Verkaufsagent für Dritte verkauft.

Gesetzlich nicht geregelt ist, ob ein Verkäufer auch dann verpflichtet ist, sperrige Gegenstände beim Kunden abzuholen, wenn dieser die Ware selber beim Anbieter abgeholt hat. Für den Verkäufer könnte das dann teuer werden.

Ein Beispiel: Jemand holt sperrige Ware in Norddeutschland direkt beim Verkäufer ab und bringt sie nach Süddeutschland. Dann widerruft er den Kaufvertrag. Laut § 357 Abs. 2 BGB ist der Käufer nur verpflichtet, die Ware zurückzuschicken oder Rücknahme durch den Verkäufer zu verlangen. Der Verkäufer aus dem Norden müsste also den Rücktransport aus dem Süden auf seine Kappe nehmen.

Rein rechtlich gesehen kann der Käufer darauf bestehen. Wehrt sich der Verkäufer vor Gericht, könnte es jedoch darauf hinauslaufen, dass dies unbillig und missbräuchlich wäre, so Rechtsanwalt Johannes Richard .

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