01.07.2011, 18:42

Denise Bergert

Wi-Fi-Daten

Google wegen StreetView-Lauschangriff verklagt

©google.com

Neben Bildern von Straßenzügen hat Google bei der Erstellung des Dienstes StreetView auch Daten öffentlicher Wi-Fi-Netze aufgenommen. Dafür könnten dem Suchmaschinen-Riesen nun rechtliche Folgen drohen.
Vor wenigen Monaten hatten zahlreiche US-Bürger eine Sammelklage gegen Google eingereicht. Der Grund: Bei seinen Foto-Touren durch Großstädte hatte der Suchmaschinen-Betreiber nicht nur Bilder von Straßenzügen aufgenommen, sondern auch Daten aus öffentlichen Wi-Fi-Netzen ausgespäht. Nachdem Google die Anschuldigungen zuerst abstritt, folgte schließlich das Geständnis, versehentlich Daten aus Hotspots mitgeloggt zu haben. Seit Bekanntwerden des Schnitzers, achtet das Unternehmen mit seinen StreetView-Kamerawagen peinlichst darauf, nur noch Fotos aufzunehmen.

Aufmerksam auf Googles Lauschangriff wurde die Öffentlichkeit erstmals im vergangenen Jahr. Deutsche Datenschützer waren auf den Umstand gestoßen, dass der Suchmaschinen-Riese für StreetView nicht nur Panorama-Aufnahmen macht, sondern auch Ortungsdaten für seinen Firmen-Service sammelt. In über 30 Ländern wurden so rund 600 MegaByte zusammengetragen, unter denen sich Login-Namen, Passwörter und persönliche Daten von Nutzern öffentlicher Wi-Fi-Netze fanden.
Google entschuldigte sich mehrmals für dieses Vorgehen und versprach, alle gesammelten Daten umgehend zu löschen. Frankreich verklagte Google sogar über eine Strafsumme von 100.000 Euro. In den USA reichten mehrere Betroffene eine Sammelklage ein, die vor einem Gericht in Kalifornien verhandelt wird.
Google versuchte anfänglich, einen Prozess zu vermeiden, indem der Konzern behauptete, die Daten könnten von jedem gespeichert werden. Der verantwortliche Richter James Ware wies den Antrag jedoch zurück und betonte, dass ein offenes Netzwerk nicht gleichzeitig öffentlich sei. Welche rechtlichen Folgen Google aufgrund des Verstoßes drohen, ist bislang noch unklar.
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