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WhatsApp-Sicherheit auf dem Prüfstand

19.08.2013 | 15:41 Uhr |

WhatsApp hat in Sachen Sicherheit nachgebessert, aber nur teilweise - so lautet das Fazit der WhatsApp-Untersuchung. Doch die Alternativen zur beliebten Chat-App haben ein ganz anderes Problem.

Die beliebte Smartphone-App "WhatsApp" steht aufgrund von Sicherheitslücken immer wieder in den Schlagzeilen. Bis weit in das Jahr 2012 hinein verschlüsselte die Chat-Anwendung ihre Unterhaltungen nicht, so dass es Spione besonders leicht hatten. Im September letzten Jahres dann folgte der nächste Sicherheits-GAU: WhatsApp verwendete als Passwort einfach den MD5-Hash der umgekehrten IMEI-Nummer, ungesalzen . Und weil WhatsApp zusätzlich als Nutzernamen die Telefonnummer verwendete, konnten Hacker mit den erbeuteten Daten WhatsApp-Nachrichten in Ihrem Namen verschicken. Anfang 2013 dann wurden die App-Entwickler beschuldigt, internationale Datenschutz-Gesetze zu verletzen . Und erst letzten Monat trieb ein als WhatsApp-Kontakt getarnter Virus namens "Priyanka" sein Unwesen .

Die Webseite irights.info hat nun nachgeforscht, auf welchem Stand sich WhatsApp in Sachen Sicherheit aktuell befindet. Seit Version 2.8.3 werde die Datenübermittlung auch im WLAN verschlüsselt und beim Registrieren versende WhatsApp nun eine SMS mit einem Bestätigungscode, welchen der Nutzer eingeben müsse. Das mache es Hackern deutlich schwerer, sich eine fremde WhatsApp-Identität zu ergaunern. Doch andererseits greife die App immer noch auf das Telefonbuch des Nutzers zu - unter Android habe man nicht einmal die Möglichkeit, das zu unterbinden. Und "Piryanka" stelle auch für aktuelle Versionen noch eine Gefahr da. Außerdem habe man noch immer nicht auf eine gemeldete Sicherheitslücke beim Thema Datenschutz reagiert. So lautet denn das Fazit von irights.info, dass WhatsApp zwar nachgebessert habe, aber nur teilweise. Wem der freizügige Umgang mit den Daten seiner Nutzer nicht behage, der solle sich nach Alternativen umsehen.

Interessante Alternativen mit verschlüsselten Chats wie Threema gibt es bereits. Die Hürde zum Wechsel dürfte für viele aber in einer mangelnden Verbreitung im eigenen Freundeskreis bestehen - ähnlich wie es für Wechselwillige bei Facebook zu einer Alternative wie Diaspora der Fall ist. Welches Übel (mangelnder Datenschutz oder mangelnde Verbreitung) man lieber in Kauf nimmt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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