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WhatsApp-Party in München eskaliert - 130 Polizisten nötig

17.10.2016 | 14:15 Uhr |

Eine über WhatsApp organisierte Party in München ist am Wochenende eskaliert. Über 100 Polizisten mussten anrücken.

Die Polizei in München musste am Wochenende mit vielen Beamten ausrücken, nachdem eine über WhatsApp organisierte Party außer Kontrolle geraten war. Zunächst waren mehrere Notrufe von Bewohnern eines Anwesens in München-Moosach eingegangen. Die ersten Streifen stellten rund 150 feiernde Menschen fest, die sowohl vor als auch bereits in mehreren Wohnungen des Hauses lautstark feierten. Die Partygäste hatte laut Angaben der Polizei ein 18 Jahre alter Münchner über eine WhatsApp-Gruppe eingeladen. Er hatte mit bis zu 30 Besuchern gerechnet. Zu der Party kamen dann allerdings so viele Menschen, dass die Party ausuferte.

Nachdem die Wohnungen und der Innenhof von den zuerst eingetroffenen Polizisten geräumt werden konnte, heizte sich die Stimmung weiter auf. Das gipfelte darin, so die Polizei, "dass Partygäste auf die Streifenfahrzeuge, die im näheren Umfeld abgestellt waren, kletterten. Zwei junge Männer im Alter von 18 Jahren taten sich dabei besonders hervor, provozierten die eingesetzten Beamten und stachelten die Menge weiter auf."

Um die Begehung weiterer Straftaten zu verhindern, wurden die beiden Männer in Gewahrsam genommen und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen um 2 Uhr in der Nacht zum Sonntag wieder aus dem Gewahrsam entlassen. 

Wie die Polizei weiter mitteilt, wurden die Personalien der Gäste festgestellt und Atemalkoholtests durchgeführt. Die erteilten Platzverweisen mussten die Beamte teilweise durch die Androhung von Ingewahrsamnahme durchsetzen. Ein Beamter der eingesetzten Diensthundstaffel sei aus der Menge massiv beleidigt worden, so dass eine Anzeige gegen den bekannten Täter erstattet wurde.

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Aufgrund der Party musste eine Straßenbahnlinie aus dem Verkehr genommen wurden, weil auch auf den Gleisen gefeiert wurde. Am nahegelegenen U-Bahnhof mussten zehn Mitarbeiter der U-Bahnwache zur Kontrolle eingesetzt werden. Während des Polizeieinsatzes wurde außerdem eine gesamte Straße stadteinwärts gesperrt und stadtauswärts waren nur noch zwei der drei Spuren befahrbar.

Bei dem Einsatz waren laut der Polizei über 100 Beamte im Einsatz. Münchner Medien berichten über 130 Polizisten, die an dem Abend ausrücken mussten. Aktuell werden noch die materiellen Schäden der Party-Nacht ermittelt. Auch ob dabei Einsatzfahrzeug beschädigt wurden. Im Inneren des Anwesens seien mehrere Graffitis festgestell worden. In dem Fall wurden Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs eingeleitet.

Der Veranstalter der Party hat offenbar keine Unanehmlichkeiten zu befürchten. "Er konnte ja nichts dafür", sagte ein Polizeisprecher der Süddeutschen Zeitung. Dabei könnte eine Mitschuld durchaus teuer werden: Eine Facebook-Party in Magdeburg kostete den "Veranstalter" vor einiger Zeit saftige 10.000 Euro.

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