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Vodafone verklagt Telekom

01.09.2010 | 08:45 Uhr |

Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen wirft der Deutschen Telekom eine Behinderung des Wettbewerbs im Festnetzbereich vor.

Weil Anschlüsse zu zögerlich oder zum Teil gar nicht geschaltet würden, fordert das Unternehmen nun Schadenersatz vom ehemaligen Monopolisten. Dies berichtet das Handelsblatt. Von den angeblichen Behinderungen seien im Falle von Vodafone etwa 40.000 Kunden betroffen, die keinen Telekom-Anschluss mit Vodafone-Vertrag erhalten haben. Vodafone Deutschland nutzt für ein Drittel seiner Kunden die Infrastruktur der Telekom.

Das Unternehmen hat aus diesem Grund eine Reihe von Schadenersatzklagen eingereicht, über die Höhe der Gesamtforderung wollte sich Joussen allerdings nicht äußern. Die sogenannten “Bitstromzugänge”, bei denen Netzanbieter Zugang und Technik beim jeweiligen Leitungsgeber kaufen, wurden in Deutschland eingeführt, um den Wettbewerb in dem einst monopolisierten Markt zu verbessern und allen Anbietern die Möglichkeit zu geben, auch Kunden außerhalb ihrer eigenen Infrastruktur zu beliefern.

Die Telekom hat inzwischen Schwierigkeiten eingeräumt. Eine zu Beginn dieses Jahres durchgeführte EDV-Umstellung wäre schuld am zögerlichen und zum Teil gar nicht durchgeführten Anschluss von Fremdkunden. Das Problem sei aber inzwischen behoben und es würden nun nur noch 4000 Kunden auf ihre Freischaltung warten, wie ein Sprecher der Telekom gegenüber dem Handelsblatt sagte. Doch nicht alle glauben dieser Erklärung. Der Chef des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützner, sagt "Dahinter steckt die Strategie, den Wettbewerb zu behindern."

Neben den Schadenersatzforderungen hat Vodafone ein Missbrauchsverfahren bei der Bundesnetzagentur, die mit der Regulierung der Fremdzugänge betraut ist, angestrengt. Die Telekom erhält für die Fremdnutzung der eigenen Infrastruktur derzeit 18,32 Euro je Kunde vom DSL-Anbieter.

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