239463

Werden XP-Raubkopien von Microsoft abgeschaltet?

30.06.2006 | 13:09 Uhr |

Im Internet kursiert derzeit das Gerücht, dass Microsoft das WGA im Herbst nutzen wird, um Raubkopien von Windows XP abzuschalten.

Bisher nutzt Microsoft die Echtheitsüberprüfung (WGA) dafür, um Besitzer von Windows XP darauf hinzuweisen, dass sie eine Raubkopie verwenden. Es könnte aber schon demnächst so weit kommen, dass Microsoft WGA nutzt, um von der Ferne aus Rechner daran zu hindern, eine Raubkopie von XP zu starten. Darüber spekuliert jedenfalls der Zdnet.com-Blogger Ed Bott .

Bott bezieht sich auf einen Eintrag eines weiteren Bloggers. Dieser hatte am 22. Juni berichtet , dass er Windows Live OneCare ausprobieren wollte, aber auf dem Rechner das bisher freiwillige WGA Notifications noch nicht installiert hatte, weil er von Problemen damit gehört hatte. Der Microsoft-Support teilte ihm dann mit, dass ab Herbst auf jedem Rechner WGA installiert sein muss. Microsoft würde jedem Windows-XP-Anwender eine Galgenfrist von 30 Tagen geben, um WGA auf dem Rechner zu installieren. Bei allen, die dies innerhalb der Frist nicht tun, würde Windows anschließend seinen Dienst verweigern.

Bott hakte bei Microsoft nach und erhielt als Antwort: “Wie wir bereits in der Vergangenheit sagten, könnte es bei einer zukünftigen Erweiterung des WGA Notifications Program sein, dass die Kunden verpflichtet werden, teilzunehmen. Microsoft sammelt Feedback aus ausgewählten Märkten, um festzustellen, wie wir am besten den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden können. Wir werden Kunden über jede Änderung informieren.“

Bisher ist die Teilnahme an WGA Notifications freiwillig. Pflicht ist die Echtheitsüberprüfung bei von Microsoft angebotenen Downloads. Hier gilt aber bisher die Einschränkung, dass alle XP-Anwender Sicherheitsupdates erhalten, ohne dass vorher die Echtheit der verwendeten XP-Version überprüft wird. Im Internet kursieren außerdem Anleitungen, wie die Echtheitsüberprüfung umgangen werden kann.

Nicht zu verschweigen ist, dass viele Besitzer eines legalen XP Probleme mit WGA haben und dadurch nicht an die Downloads von Microsoft gelangen können, weil ihr Windows als illegal deklariert wird. Andere Anwender klagen darüber, dass ihr Rechner nach der Installation von WGA nicht mehr rund lief und beispielsweise nicht mehr booten wollte. Sollte Microsoft tatsächlich WGA zur Pflicht machen, dann würden höchstwahrscheinlich auch Besitzer eines legalen Windows XP betroffen sein.

Entsprechend prophezeit Ed Bott: „Wenn Microsoft tatsächlich plant, WGA im September in einen Kill Switch zu verwandeln, dann wird es heftige Gegenreaktionen geben.“

Letztendlich, sollte es so kommen, müssten sich Besitzer einer illegalen Windows-Version endlich ein Original kaufen. Bei allen, die ein von WGA nicht erkanntes Original besitzen, dürfte, wie schon in der Vergangenheit, Microsofts Support Hilfe bieten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
239463